"Wir müssen uns nicht verstecken"

'Wir müssen uns nicht verstecken'

Bei der SG Steinbach/Kappelwindeck wimmelt es geradezu von jungen, hoch talentierten Handballerinnen. Letzteres trifft zweifelsohne auch auf Simone Falk zu, doch mit ihren 23 Jahren gehört die Linksaußen zu den "Seniorinnen" im Team. BT-Sportredakteur Moritz Hirn hat sich mit der Rechtshänderin, die mit Munja Kotzian, Nathalie Droll und Laetitia Quist den Mannschaftsrat bildet, vor dem Start ins Abenteuer dritte Bundesliga unterhalten.

Interview

BT: Frau Falk, Sie und die Mannschaft haben eine extrem lange Vorbereitung hinter sich. Wie groß ist die Vorfreude, dass es nun endlich los geht?

Simone Falk: Nach fast drei Monaten Vorbereitung ist die Vorfreude auf das neue Abenteuer sehr groß. Ich war mit ein paar Mannschaftskolleginnen beim Auswärtsspiel der Sandweierer Männer in Pforzheim, da haben wir uns gedacht: Es wäre richtig geil, jetzt auch endlich mal zu spielen. Denn ein echtes Spiel unter Wettkampfbedingungen ist nochmal was ganz anderes. Und wenn man sieht, das andere schon wieder ran dürfen, ist die Vorfreude noch größer.

BT: Wie verlief die Vorbereitung?

Falk: Sie war sehr intensiv. Intensität und Umfänge waren deutlich höher als in der Vergangenheit. Aber wir spielen ja jetzt in der dritten Liga auf einem anderen Niveau, da muss man in Sachen Tempo und Kraft ein bisschen anziehen. Aber die Mischung aus Spaß und nötigem Ernst war eigentlich ganz gut.

BT: Das lag vielleicht auch daran, dass Sie eine Woche im Trainingslager in Kroatien waren. Wie war es dort?

Falk: Das war richtig gut. Ich persönlich war bei einem derartigen Trainingslager noch nie dabei. Die Woche mit erfolgreichen Spielen gegen höherklassige Teams hat uns allen gezeigt, dass wir uns in der neuen Liga nicht verstecken müssen. Zudem hat es uns mannschaftlich extrem weitergebracht, und der Zusammenhalt hat sich mordsmäßig entwickelt.

BT: Sie haben in den vergangenen Jahren kaum verloren, es ging stetig bergauf. Kann die Mannschaft damit umgehen, wenn auch mal ein paar Spiele in Folge verloren gehen?

Falk: Ich glaube, das wird schwer, weil es einfach eine ganz ungewohnte Situation sein wird. Aber unser Zusammenhalt ist so groß und unser Kader so breit, dass jeder jeden ein bisschen auffängt. Und auch die Trainer werden sicher ihren Teil dazu beitragen, dass die Stimmung nicht in den Keller geht und wir am gemeinsamen Ziel Klassenerhalt festhalten. Das sollte möglich sein.

BT: Die dritte Liga ist weitgehend Neuland für die SGSK. Ist vor dem Start eine Portion Ehrfurcht mit dabei oder wird die von der Aufstiegseuphorie überlagert?

Falk: Bei mir persönlich schwingt schon ein bisschen Ehrfurcht mit. Ich bin diesbezüglich aber auch eher ein Hasenfuß. Vielleicht kann man es mit "gemischten Gefühlen" am besten beschreiben. Man kennt ja die ein oder andere Mannschaft wie Metzingen und Ketsch aus unserem ersten Oberliga-Jahr. Und das waren wahrlich keine schlechten Spiele gegen die. Zudem kennen wir Freiburg und Allensbach, insofern ist es kein komplettes Neuland. Aber längere Auswärtsfahrten, etwa nach Bayern, sind dann doch nochmal was anderes.

BT: Kann es ein Vorteil sein, dass die Gegner Ihr Team auch nicht so gut kennen?

Falk: Ja, aber nur bedingt. Manche Gegner kennen uns wie gesagt schon. Gegen alle anderen könnte es ein Vorteil sein, aber durch die mittlerweile gängige Videoanalyse gilt das wohl nur eingeschränkt. Da werden sich einige Teams schon auf die offensive Abwehr, die wir spielen, einstellen. Schauen wir mal, was dabei rauskommt.

BT: Stichwort offensive Abwehr - was sind die Stärken der SG?

Falk: Die Stärken liegen bei uns ganz klar in der Abwehr und in der ersten und zweiten Welle. Dieses Umschaltspiel liegt uns einfach unheimlich gut.

BT: Und wo besteht noch Nachholbedarf - gerade mit Blick auf die dritte Liga?

Falk: Wo wir noch Defizite haben, das hat man in der BWOL manchmal schon deutlich gemerkt, ist die Körperlichkeit. Uns fehlt teilweise einfach die Größe. Aber das machen wir durch Taktgeschwindigkeit und durch den unbedingten Willen, Richtung Tor zu gehen, wieder wett. Insgesamt wird das Körperliche eine Herausforderung werden, aber es kann ja schließlich nicht jeder zwei Meter groß werden (lacht).

BT: Sie haben den Klassenerhalt schon angesprochen. Was sind ihre persönlichen Ziele.

Falk: Ich habe mir vorgenommen, das Bestmögliche zu geben, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Und ich will die Mannschaft unterstützen, wo ich nur kann. Klassenerhalt, andere Mannschaften ärgern, möglichst viele Punkte holen - das habe ich natürlich auch auf dem Zettel.

BT: Nun die unvermeidbare Frage: Wie geht das Auftaktspiel am Samstag gegen die Bietigheimer Reserve, also gleich ein echter Brocken, aus?

Falk: Gute Frage. Ich glaube, es wird verdammt eng. Wenn wir einen guten Tag erwischen und die einen nicht so guten, kann es positiv enden.

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