Ernsthafte Vertragsgespräche gibt es nicht

Ernsthafte Vertragsgespräche gibt es nicht

Von Winfried Heck

Wohin geht die Reise des Volleyball Bundesligisten Bühl? Und vor allem: Unter welchem Trainer? Eigentlich hatte Ruben Wolochin, der die Volleyball Bisons Bühl seit knapp acht Jahren durch alle Höhen und Tiefen der Bundesliga führt und in dieser Zeit zwei Mal den Einzug ins Pokalfinale schaffte, am Mittwoch allen Grund zu großer Zufriedenheit.

Denn wenige Tage nach dem wichtigen Sieg bei Tabellennachbarn Herrsching lieferten die Bisons auch dem Tabellenführer Unterhaching einen mitreißenden Kampf und hätten durchaus als Sieger das Spiel beenden können. Bühl spielt trotzt aller Personalprobleme wieder eine ernstzunehmende Rolle in einer Liga, die so stark ist, wie wohl noch nie zuvor. Doch Wolochin treiben Sorgen um seine Zukunft um. "Ich weiß nicht, wie es weiter geht. Vielleicht bleibe ich in Bühl, vielleicht muss ich mir einen neuen Verein suchen." Selbst eine Rückkehr nach Argentinien sei nicht ausgeschlossen. Er würde gerne in Bühl bleiben, doch ernsthafte Vertragsgespräche gab es bisher offenbar noch nicht.

Schon lange vor Saisonbeginn kreisten in Bühl die ersten Gerüchte, dass es Wolochins letzte Saison bei den Bisons sei. "Davon weiß ich nichts, das sind Gerüchte", sagt Wolochin und hält sich selbst mit Mutmaßungen zurück. Klar ist allein, dass er einen gültigen Dreijahresvertrag hat, der im Sommer endet. Mehr sagt auch Geschäftsführer Manohar Faupel zu diesem Thema nicht und vor Februar würde sich das auch nicht ändern.

Auch vonseiten der Gesellschafter nicht. Allein schon, dass das Thema es "in der Zeitung geschafft hat", ärgert Faupel maßlos. "Das bringt Unruhe in die Mannschaft und schadet uns."

Klar scheint andererseits aber auch, dass sich die Philosophie der Geschäftsleitung der "Schwarzwald-Volleys-Bühl" und jener des Trainers nicht in allen Punkten decken. "Unser Ziel ist definitiv, ein deutsches Gesicht zu haben", sagt Faupel und bezeichnet Bühl als einen der wenigen Vereine, die aktiv Nachwuchsförderung im deutschen Volleyball betreibe.

"Wir wollen zudem nicht jede Saison acht, neun neue Spieler präsentieren", würde im Gegensatz zu früher verstärkt mit Zwei- oder Dreijahresverträgen gearbeitet. Aktuell stehen sechs junge, deutsche Spieler im Kader, von denen drei Vertrag bis Sommer 2020 haben. Bei zwei weiteren besteht die Option auf Verlängerung und mit Felix Orthmann, dessen Vertrag im Sommer endet, würde man wohl gerne weiter machen.

Weitere deutsche Nachwuchsspieler sind willkommen. Kritiker befürchten deshalb schon eine Kopie des "Rottenburger Wegs", mit einer Mannschaft, die nur deshalb noch in der Bundesliga spielt, weil es zu wenig Aufsteiger gibt.

So weit will Wolochin zwar nicht gehen, doch er würde die Sache gerne offener angehen. Junge, deutsche Spieler zu verpflichten sei absolut okay, doch der weitgehende Verzicht auf Ausländer sei auf Dauer keine ideale Lösung. "Der Konkurrenzkampf im Team ist wichtig. Wer die Qualität hat und hart arbeitet, kann hier den Durchbruch schaffen."

David Sossenheimer, Marvin Prolingheuer und Tomas Kocian, oder auch die beiden Österreicher Paul Buchegger und Florian Ringseis, stehen beispielhaft für diese These. Auf der anderen Seite sind die, die es in Bühl nicht schafften und die deshalb den Sport inzwischen nur noch als Amateure betreiben. "Das ist das Spiel", sagt Wolochin. Ein Spiel, das in Bühl möglicherweise schon bald ohne ihn gespielt wird.

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