Ein neuer Stern

Ein neuer Stern

Eine eigene Straße hat Deutschlands neuer Radsport-Stern Pascal Ackermann schon längst, damit kann man ihn nicht mehr überraschen. Der Pascal-Ackermann-Weg führt durch seine Heimatgemeinde Minfeld in der Südpfalz. Da stellt sich schon die Frage, wie man jemanden belohnen soll, der gerade seinen Premierensieg beim Giro d'Italia eingefahren hat und die Tradition deutscher Top-Sprinter fortsetzt. Eine Allee sollte da schon drin sein.

Doch der 25-Jährige gibt sich im Moment seines größten Karriereerfolges demütig, verweist auf die Idole, die ihn geprägt haben. Marcel Kittel zum Beispiel, dem der Blondschopf nicht nur äußerlich ähnelt. "Ich habe Marcel angefeuert, als ich ein junger Fahrer war, aber ich bin nicht so gut wie er", sagte Ackermann am Sonntag nach seinem Sprint-Triumph auf der zweiten Giro-Etappe von Bologna nach Fucecchio. Doch während Kittel eine Pause einlegt und vor einer ungewissen Zukunft als Radprofi steht, ist Ackermann erst am Anfang.

Es mutet an wie ein kleines Radsport-Märchen. Der junge Grand-Tour-Novize düpierte gleich beim ersten Auftritt die Weltelite. Doch es war geplant. "Bei mir wird es kein Reinschnuppern, wir gehen hin, um Etappen zu gewinnen", hatte er vor dem Start gesagt. Und Ralph Denk, der Chef seines Teams Bora-hansgrohe, sieht in Ackermann den kommenden Dominator in den großen Rad-an-Rad-Duellen. Der Erfolg beim Maiklassiker in Frankfurt/Main vor dem Giro hatte es ohnehin schon angekündigt.

Früh war Ackermanns Talent nicht mehr von der Hand zu weisen. Mit sechs Jahren, wenn manch andere Kinder gerade das Radfahren lernen, fuhr er sein erstes Rennen. Später war er deutscher Schülermeister, im Vorjahr holte er selbigen Titel bei den Männern, während er unter anderem Etappen bei der Tour de Romandie und das Criterium du Dauphine gewann. Dass irgendwann der große Wurf folgen musste, war da schon fast klar. Am Sonntag ist er ihm gelungen. (dpa)

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