Tod oder Gladiolen?

Tod oder Gladiolen?

Louis van Gaal ist bekanntlich ein Freund klarer Worte. Das "Feierbiest" wählte vor einer entscheidenden Begegnung seines FC Bayern einst drastische Worte: "Tod oder Gladiolen." Dies gilt morgen auch für die Oberligakicker des SV Oberachern, schließlich steckt die Truppe von Trainer Mark Lerandy vor dem letzten Spieltag mitten im Abstiegsschlamassel. Nur mit einem Sieg in Schwäbisch Gmünd würde der SVO dem Tod, also dem Abstieg in die Verbandsliga, entgehen und dürfte sich an Gaals Gladiolen, ein weiteres Jahr Oberligafußball, erfreuen.

Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen ist das Team aus der Ortenau auf den 14. Tabellenplatz abgerutscht, mit nur noch einem Punkt Vorsprung auf den Abstiegsrang. Dennoch hat die Lerandy-Truppe den Klassenerhalt noch selbst in der Hand. Doch wer die Saison der Achertäler verfolgt hat, kennt das Hauptproblem der Saison - die Auswärtsschwäche. Zwar gingen die vergangenen beiden Auswärtsspiele nicht verloren, dennoch stehen nur fünf magere Pünktchen auf der Habenseite bei nur einem Auswärtssieg (5:0 in Ilshofen). Morgen jedoch muss man gewinnen, will man ohne Schützenhilfe auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen.

Seit dreizehn Spielen wartet der kommende Gegner aus dem Remstal bereits auf einen Sieg - acht Punkte lautet die magere Ausbeute in der gesamten Rückrunde. Nur zwei Mal konnte sich die Traub-Elf über einen dreifachen Punktgewinn freuen (2:1 gegen Linx, 2:0 gegen Friedrichstal). Zudem stellt man mit nur 27 erzielten Treffern die schwächste Offensive der Liga und steht mit nur 19 Punkten aus 33 Spielen bereits seit einigen Spieltagen als Absteiger in die Verbandsliga fest. Das einzige Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften bisher entschied der SVO am heimischen Waldsee Ende November mit 4:3 für sich. Das war auch das einzige Spiel der Gmünder, in dem sie mehr als zwei Tore erzielten.

Der SV Oberachern scheint auf dem Papier die klar favorisierte Elf zu sein. Doch bei der akuten Auswärtsschwäche mag auch Trainer Lerandy diese Rolle nicht direkt annehmen, hat man sich in dieser Saison doch gegen vermeintlich schlechtere Mannschaften nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. "Wir haben uns durch den Punktgewinn in Göppingen vor zwei Wochen in die Lage gebracht, dass wir den Klassenerhalt selbst entscheiden können. Wir sind auf niemanden angewiesen, wissen jedoch, dass wir ein ganz schweres Spiel vor der Brust haben. Die letzten Leistungen gegen Bahlingen und Göppingen stimmen mich aber positiv für das letzte Spiel in Gmünd. Wir werden alles reinhauen, um in der kommenden Oberligarunde die Möglichkeit zu bekommen, ein paar Sachen zu korrigieren", sagt der SVO-Coach.

Verzichten muss Lerandy bei diesem wichtigen Spiel auf seinen Kapitän Timo Schwenk, der privat verhindert ist. Dafür kehren die verletzten Keven Feger, Cemal Durmus und der zuletzt gesperrte Demarveay Sheron in den Kader zurück.

Auf seine lautstarken Fans muss der SVO auch in Schwäbisch Gmünd nicht verzichten. Der vom Verein eingesetzte Fan-Bus war bereits am Wochenende bis auf den letzten Platz ausgebucht, sodass ein zweiter Bus eingesetzt wird, wenn die Mindestanzahl von 30 Mitfahrern erreicht werden sollte. Bis heute Nachmittag können sich interessierte SVO-Fans unter 0 78 41 (6 65 59 19) anmelden. Weitere Anhänger werden mit dem Auto die Reise ins Schwäbische antreten, um mit ihrer Elf nach 90 nervenaufreibenden Minuten den Ligaverbleib zu feiern.

Vielleicht hat ja der eine oder andere Fan dann in weiser Voraussicht auch Gladiolen mit im Gepäck. (gre)

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