Mehr als nur eine Statistenrolle

Mehr als nur eine Statistenrolle

Jan Rinklef startet in der laufenden Saison bereits im sechsten Jahr als lizenzierter Straßenrennfahrer für den RSV Edelweiß Kartung. Seit diesem Jahr zählt er zu den Jugendfahrern der Altersklasse U 17. Als jüngerer Jahrgang fuhr er in diesem Frühjahr bereits einige gute Ergebnisse auf der Straße ein - und machte den Jahrgangsälteren so manchen Platz auf dem Treppchen streitig. Dies blieb auch dem Landestrainer nicht verborgen. Daher wurde Rinklef schon früh in der Saison zu seinem ersten Sichtungsrennen in Niedersachsen eingeladen. Das dortige Rennen war laut Mitteilung eine tolle Erfahrung und er belegte bei über 140 Startern einen guten 40. Platz.

Mit dieser tollen Erfahrung im Rücken ging es am Ostermontag nach Schönaich zum stark besetzten Frühjahrsklassiker. Dort zeigte Rinklef, was er gelernt hatte und belegte, obwohl er in der letzten Runde wegen eines Sturzes kurz vor ihm anhalten musste, einen siebten Platz.

Mit Selbstvertrauen durch die bisherigen Ergebnisse und der Unbeschwertheit des jüngeren Jahrgangs im Rücken platzte beim Heimrennen in Kartung der Knoten, und der junge Radrennfahrer feierte einen souveränen Sieg. Kurz darauf erklomm er beim Rennen in Offenbach an der Queich durch einen starken Zielsprint erneut das Siegerpodest ganz oben.

Anfang Mai stand die baden-württembergische Meisterschaft in Münsingen auf der schwäbischen Alb an. Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneegraupel machten den Fahrern zu schaffen. Rinklef brauchte bei diesen Bedingungen eine Weile um auf "Betriebstemperatur" zu kommen, so reichte es "nur" für einen neunten Platz.

Ein besonderes Highlight fand am darauffolgenden Wochenende statt: Mit dem Landesverband durfte er bei der dreitägigen TMP-Tour Nähe Gotha in Thüringen teilnehmen. Die TMP-Tour, auch "Kleine Friedensfahrt" genannt, ist in jedem Jahr international besetzt. Neben deutschen Startern finden sich auch Rennfahrer aus Belgien, Luxemburg, Niederlande, Schweiz, Österreich und Tschechien ein. So kämpften auch in diesem Jahr wieder über 140 Starter um den Sieg. Gestartet wurde die Tour mit einem Prolog am Freitagabend. Das hierzu ausgetragene Kriterium trägt nicht zur Gesamtwertung bei, jedoch werden hier immer die begehrten Führungs-Trikots vergeben. Hierzu zählen neben dem Führungstrikot auch das Sprint- und das Bergtrikot, das Trikot für den besten jüngsten Fahrer sowie das Trikot für den besten Thüringer. Rinklef belegte bereits beim Prolog einen guten 13. Platz. Spannend wurde es am Samstag. Bei Regenschauer und Temperaturen um die zehn Grad konnte der Kartunger bei seinem ersten Bergzeitfahren im internationalen Feld einen achten Platz herausfahren. Nachdem Radschuhe und Trikots getrocknet waren, galt es am Abend noch ein bergiges Rundstreckenrennen über 60 Kilometer zu absolvieren. Auch hier fuhr er das Rennen, das von zahlreichen Stürzen innerhalb des nervösen Feldes geprägt war, mit einem achten Rang zu Ende. Am Sonntag fand die letzte Etappe statt. Beim ebenfalls bergigen Straßenrennen über 55 Kilometer landete Rinklef auf Rang zwölf. Durch seine konstante Leistung an allen drei Tagen konnte der Radsportler in der Gesamtwertung der international besetzten TMP-Tour im er ersten Jahr als U-17-Fahrer den sechsten Platz belegen.

Ein weiterer und besonderer Höhepunkt steht für den jungen Fahrer am kommenden Wochenende im rheinland-pfälzischen Linden an. Hier finden auf einem anspruchsvollen und bergigen Kurs die Rennen um die deutsche Meisterschaft statt, bei denen Rinklef sich vorgenommen hat, mehr als nur eine Statistenrolle zu spielen und die jahrgangsälteren Sportler zu fordern. (red)

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