Treffen der Torjäger

Treffen der Torjäger

Von Christian Rapp

Es sollte doch mit dem Teufel zu gehen, wenn die Zuschauer am Sonntag in Obertsrot eine Nullnummer zu sehen bekommen, wenn sich der heimische FC, Zweiter der A Nord, und der A-Süd-Vize FC Schwarzach im Relegations-Hinspiel zur Bezirksliga gegenüber stehen. Zu viel Offensivpower wird dann ab 15 Uhr auf dem Sportplatz am Hungerberg auf dem Rasen stehen.

Die Hausherren betrieben in der gerade zu Ende gegangenen Saison schließlich die Torfabrik Mittelbadens schlechthin, fabrizierten in 30 Saisonspielen schier unglaubliche 125 Tore (allein 70 in der Rückrunde). Zum erfolgreichsten Torschützen des Bezirks Baden-Baden, Fabian Schiel mit 45 Treffern, gesellt sich noch das kaum minder torwütige Trio Thorben Schmidt (20), Eric Gerstner (18) und Okan Eren (15). Doch auch der Gast aus Schwarzach kann mit einem Faustpfand wuchern, das auf den Namen Manuel Gartner hört. Der pfeilschnelle Stürmer, in den vergangenen Jahren Stammgast in der BT-Torjägerliste und gar zweifacher Gewinner (2015 und 2018) des "Goldenen Schuss", brachte es immerhin auf 31 Einschläge in der Runde, was in der BT-Torjägerliste für den vierten Rang reichte.

Ein Offensivspektakel, mit zahlreichen Strafraumaktionen, garniert mit Chancen auf beiden Seiten, das verspricht zumindest die Paarung. Ob die Erwartungen auch eingehalten werden, steht auf einem anderen Papier, schließlich haben solche Relegationsspiele - wie bekanntlich auch Pokalbegegnungen - ihre eigenen Gesetze.

Doch dass die Obertsroter Fußball-DNA hauptsächlich aus der Abteilung Attacke besteht, ist im Murgtal - und darüber hinaus - kein Geheimnis, wie auch Carsten Stoß weiß. "Die Stärken sind hinlänglich bekannt. Der FCO verfügt über eine wahnsinnige Offensive. Doch eins ist auch klar, wir werden uns nicht verstecken. Dafür haben wir selbst zu viel fußballerische Qualität in unseren Reihen", sagt der FCS-Trainer. "Auch wenn der Gegner in der Runde 125 Tore erzielt hat, sind wir nicht chancenlos. Wir kommen über das Kollektiv und unsere bärenstarke mannschaftliche Geschlossenheit, die uns über die ganze Saison getragen hat und hauptverantwortlich für den zweiten Platz war. Es wird ein offener Schlagabtausch, bei dem wir uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel verschaffen wollen", sagt Stoß, der wohl nur auf Fabio Edling verzichten muss.

Auch Angelo Marotta strebt selbstredend ein "gutes Ergebnis" an. Gerade zu Hause, vor den heimischen Fans. "Der ganze Verein freut sich auf die beiden Spiele. Am Sonntag wird der Hungerberg brennen, wir erwarten ein volles Haus", sagt der Trainer der Murgtäler. Wichtig sei es, mit dem "Druck klar zu kommen und ihn abzuschütteln". Und natürlich die vorhandenen PS in der Offensive aufs Geläuf zu bekommen. "Mit unserer Offensivreihe müssen wir uns vor niemanden verstecken. Wir sind jederzeit für einen Treffer gut", erklärt Marotta, der noch um einige angeschlagene Spieler bangt. Ein Baustein des FCO-Spiels kommt dem Übungsleiter bei den ganzen Lobgesängen auf sein Angriffs-Quartett zu kurz - und zwar die verbesserte Defensive in der Rückrunde. Dafür hauptverantwortlich: Daniel Koritnik. "Er ist das Mosaiksteinchen, das uns noch gefehlt hat", findet Marotta, für den der FCS "mehr als nur Gartner ist". Schließlich benötigt der Schwarzacher Vollblutstürmer auch Zuspiele, die er verwerten kann.

Es ist also alles angerichtet - für das erste Treffen der Torjäger.

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