Der "Hunter" aus dem Murgtal

Der 'Hunter' aus dem Murgtal

Von Christian Rapp

Fabian Schiel hat auf seine Chance gelauert - und sie schließlich eiskalt genutzt. Wie ein guter Jäger hat sich der Stürmer des FC Obertsrot in den vergangenen Jahren im "Goldenen Schuss", der BT-Torjägerliste, angepirscht. Auf die Lauer gelegt. Auf den richtigen Moment gewartet. Im ersten Jahr bei den Aktiven reichte es auf Anhieb für Platz elf, eine Saison später enterte er die Top Ten. Im vergangenen Jahr spürte der Gewinner Manuel Gartner dann bereits seinen Atem. Doch der große Coup gelang dem Murgtäler in diesem Jahr: Mit satten 45 Volltreffern sicherte sich Schiel hoch überlegen die Torjägerkanone.

"Ich war jetzt drei Jahre oben mit dabei, dass ich es jetzt tatsächlich geschafft habe, das Ding zu gewinnen, ist super, einfach mega", sagt der 22-Jährige, der letztlich mit 54 Gesamtpunkten über 13 Zähler Vorsprung auf den zweitplatzierten Sabando Cedeno vom Landesligisten VfB Bühl hatte.

Schiel ist ein Angreifer der Marke Vollblutstürmer, dessen Reich der gegnerische Strafraum ist. Eiskalt vor dem Tor, mit dem eingebauten Killerin-

stinkt. Der trotz seines jungen Alters bereits die Gabe hat, zu wissen, wo der Ball im Getümmel landen wird. "Ich würde mich schon als Strafraumstürmer bezeichnen, der nicht lange überlegt, sonder intuitiv handelt", beschreibt Schiel seine Spielweise. Fragt man den introvertierten jungen Mann nach den Gründen für seinen Sieg im "Goldenen Schuss", antwortet er blitzschnell: "Meine Mitspieler. Schon in den vergangenen Jahren hatten wir hier beim FCO eine starke Offensive, aber dieses Jahr mit Rückkehrer Thorben Schmidt und Okan Eren war es schon brutal. Zusammen mit Eric Gerstner haben sie mich toll in Szene gesetzt."

Sein Trainer Angelo Marotta hat noch eine ganze Palette an Gründen zu bieten, weshalb sein Stürmer von den Abwehrspielern in der A Nord gefürchtet wird. "Fabian ist unheimlich kopfballstark, beidfüßig, total fleißig, Teamplayer durch und durch und menschlich top. Er ist eine Waffe vor dem gegnerischen Tor", verdeutlicht Marotta.

Kopfballstark, beidfüßig, eiskalt vor dem Tor, ein waschechter Strafraumstürmer: Werden bei diesen Vorzügen Erinnerungen an einen Spieler wach? "Eigentlich nicht", antwortet der glühende Anhänger von Schalke 04, der dann aber doch ins Grübeln kommt: "Naja dem ,Hunter', also Klaas-Jan Huntelaar hab' ich gern zugeschaut." Kein Wunder, verzückte der Niederländer seinerzeit die Knappen-Fans mit Toren wie am Fließband, gewann 2011/12 mit 29 Treffern die Bundesliga-Torjägerkanone. "Vielleicht hab' ich mir doch was abgeschaut von ihm", sagt Schiel und lacht.

Doch ein Ziel hat der "Hunter" (deutsch: Jäger) aus dem Murgtal nach einer langen, kräftezehrenden Saison noch - den Aufstieg in die Bezirksliga mit dem FCO. Dafür müssen sich Schiel und Co. in den beiden Duellen gegen den A-Süd-Zweiten Schwarzach durchsetzen. "Das wäre nach dem Gewinn der Torjägerkanone natürlich das I-Tüpfelchen einer perfekten Saison."

Fabian Schiel wird sich also auch morgen wieder im FCS-Strafraum auf die Lauer legen - und bei der erstbesten Möglichkeit zupacken. Eben ganz wie sein Vorbild...

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