Dortmund puzzelt

Dortmund puzzelt

Uli Hoeneß hat das Psychospielchen bereits eröffnet. Nun ja, Borussia Dortmund habe jetzt viele Spieler verpflichtet, sagte der Präsident von Bayern München, und er spitzte seinen ersten Giftpfeil der Saison: "Ob sie sich verstärkt haben, wird man sehen." Dabei ist die Liste der BVB-Zugänge vor dem Trainingsauftakt heute erlesen - auch im Vergleich mit jener der Münchner. Mats Hummels, den ja die Bayern ziehen ließen, Thorgan Hazard, Julian Brandt und Nico Schulz oder das spanische Talent Mateu Morey lassen alle Borussen hoffen, die neue, offensive Ansage des Geschäftsführers Hans-Joachim Watzke umzusetzen: "Wir wollen Meister werden! Ohne Wenn und Aber."

Heute allerdings wird es noch ruhig zugehen in Brackel im Dortmunder Osten. Zig Profis fehlen bei den Leistungstests und Medizinchecks: Die Nationalspieler haben noch Urlaub, der eine oder andere will oder soll in Kürze gehen. In den Geschäftsräumen brummt es auch deswegen gewaltig. Sportdirektor Michael Zorc, Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspielerabteilung und Watzke haben Trainer Lucien Favre zwar eine starke Mannschaft mit traumhaft besetzter Offensive zusammengestellt - aber es gibt auch Baustellen.

Der Kader ist viel zu groß. Shinji Kagawa (Besiktas Istanbul/Vertrag bis 2020) und Jeremy Toljan (Celtic Glasgow/2022) kehren nach ihren Ausleihen zurück, ebenso Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt/2020). Und dann ist da auch noch Andre Schürrle: Der Weltmeister von 2014 ist in England mit dem FC Fulham abgestiegen, kostete einst 30 Millionen Euro und besitzt noch zwei Jahre Vertrag.

Für sie alle hat der BVB derzeit keine Verwendung. Abnehmer dringend gesucht! Auch Marius Wolf und Maximilian Philipp, der beim VfL Wolfsburg gehandelt wird, dürfen gehen, möglicherweise auch Julian Weigl . Ömer Toprak hatte 2018/19 einen einzigen Startelf-Einsatz, jetzt wird es in der Innenverteidigung durch den Hummels-Transfer noch enger. Dort tummeln sich neben Toprak und Hummels auch Manuel Akanji, Dan-Axel Zagadou, Abdou Diallo und der junge Argentinier Leonardo Balerdi. Ein Überangebot.

Bis zu zehn Personalien also sind bis zur Schließung des Transferfensters am 2. September zu klären - besonders auf Zorc wartet jede Menge Arbeit. An Stürmer Jacob Bruun Larsen zeigen immerhin Klubs aus England Interesse, Dzenis Burnic wurde für ein weiteres Jahr an Dynamo Dresden in die 2. Liga verliehen, Felix Passlack in die Niederlande zu Fortuna Sittard. Die Frage, ob neben Paco Alcacer ein weiterer klassischer Stürmer im Kader sein sollte, ist auch noch nicht beantwortet.

Angeblich jagt der BVB den tschechischen Nationalspieler Patrik Schick von AS Rom, was sich aufgrund einer komplizierten Vertragssituation schwierig gestaltet. Zudem gibt es noch einen weiteren Interessenten, und der soll laut Bild-Zeitung ausgerechnet Schalke 04 sein, wo größere Chancen auf einen Stammplatz bestehen. (sid)

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