Publikum soll Bisons antreiben

Publikum soll Bisons antreiben

Von Winfried Heck

Kaum gestartet, schon schaltet die Volleyball-Bundesliga in den Stressmodus: Nur vier Tage nach dem Auftakt in Lüneburg erwarten die Volleyball Bisons Bühl heute (20 Uhr) mit Rekordmeister VfB Friedrichshafen einen höchst attraktiven Gast. Spiele gegen die Häfler waren in der Vergangenheit häufig echte Leckerbissen für die Fans.

Für zusätzliche Spannung sorgt diesmal noch, dass in Friedrichshafen ein großer Umbruch stattgefunden hat. Unter anderem hat mit David Sossenheimer ein ehemaliger Bühler Spieler die Häfler nach drei Spielzeiten in Richtung polnische Plusliga verlassen. Da zudem Bartlomiej Boladz und Athanasios Protopsaltis dem Bodensee den Rücken kehrten, fehlen dem neuen Trainer Michael Warm die drei erfolgreichsten Punktesammler der zurückliegenden Spielzeit.

Doch acht hochkarätige Neuzugänge werden mit Sicherheit dafür sorgen, dass der Titel auch in dieser Spielzeit nur über Friedrichshafen errungen werden kann. Unter anderem spielen mit Martti Juhkami (Estland) und Nehemiah "Nemo" Mote (Australien) inzwischen zwei Spieler in Friedrichshafen, die einst über Bühl den Weg in die Bundesliga und weiter zu europäischen Topclubs fanden. "Wenn Friedrichshafen dir ein Angebot macht, dann denkst du nicht nach, sondern unterschreibst", hatte Mote seine Rückkehr in die Bundesliga kommentiert. Mote fehlt den Häflern derzeit noch, er ist mit der Nationalmannschaft noch beim World Cup in Japan im Einsatz.

Ein weiteres Handicap ist, dass Warm nur gut zwei Wochen Zeit hatte, um aus seinen Spielern eine Mannschaft zu formen. Kein Wunder also, dass beim Saisonauftakt gegen Aufsteiger Eltman das Friedrichshafener Spiel noch nicht ganz rund lief. Vor allem im dritten Satz hatten die Häfler Mühe, den frech aufspielenden Aufsteiger zu bändigen. Die Abstimmungsprobleme im Abwehrverbund kamen nach der kurzen Vorbereitungszeit nicht gänzlich überraschend. Letztlich war es der Druck im Aufschlag und ein gutes Blockspiel, die den Ausschlag gaben.

Für die Bühl bedeutet dies, dass man gegen den großen Favoriten mit einer starken Leistung durchaus überraschen könnte. Doch Trainer Johan Verstappen bremst eventuell aufkommende Euphorie sofort ein. "Das sind alles Topspieler, die topfit von ihren Nationalmannschaften kommen und allesamt viel Ballgefühl haben. Mit der Abstimmung geht das dann ganz schnell." Friedrichshafen sei absoluter Favorit - was aber nicht bedeutet, dass Verstappen durchaus sein Team völlig chancenlos sieht.

"Wir hatten gegen Lüneburg mit taktisch diszipliniertem Spiel die Schwächen des Gegners immer wieder ausgenutzt. Leider hat es nicht immer optimal geklappt, unsere Chancen auch zu verwerten. Wir konnten deshalb leider nicht zeigen, was wir wirklich drauf haben." Gegen Friedrichshafen erwartet er von seinen Spielern deshalb den nächsten Schritt, Punktchancen sollen konsequenter zu Ende gespielt und die Eigenfehlerquote reduziert werden. "Solch ein Gegner kommt in dieser Phase der Saison gerade richtig. Wir werden von Anfang an gefordert sein." Helfen soll dem Team das heimische Publikum, das einen zusätzlichen Schub geben könnte. "Unsere Aufgabe ist es, mit guter Abwehrarbeit und langen Ballwechseln für Stimmung in der Halle zu sorgen. Dazu müssen wir von Anfang an alles geben."

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