Heimauftakt mit Knalleffekt

Heimauftakt mit Knalleffekt

Von Winfried Heck

Mit einer bärenstarken Leistung überraschten die Volleyball Bisons Bühl bei ihrem ersten Auftritt vor heimischer Kulisse Fans und Gegner und schnupperten gegen den großen Favoriten VfB Friedrichshafen bei der 1:3 (39:37, 24:26, 17:25, 25:27)-Niederlage an einer kleinen Sensation.

Erst Ende des zweiten Satzes hatten die Gäste das bis dahin taktisch sehr disziplinierte Spiel der Gastgeber entschlüsselt und auf Bühler Seite mehrten sich die Probleme. Doch kampflos aufgeben wollte keiner der Bisons, die sich nach deutlich verlorenem dritten Satz stark zurückmeldeten und am Ende nur hauchdünn verloren.

Allein schon der erste Satz war das Eintrittsgeld wert: Beide Mannschaften lieferten sich eine von taktischen Raffinessen geprägte Partie. Dabei zeigten sich insbesondere Felix Orthmann (zehn Punkte) und Anton Qafarena (acht Punkte) im Vergleich zum Saisonauftakt in Lüneburg deutlich verbessert. Aus einer guten Annahme heraus setzte Zuspieler Stefan Thiel seine Angreifer gut in Szene, die ihrerseits immer wieder mit wohldosiertem Risiko punkten konnten. Doch auch Friedrichshafen ließ nicht locker und punktete beständig. Erst als zum Satzende hin der Bühler Block die gegnerischen Angriffe besser antizipierte, bekamen die Gastgeber Oberwasser.

Krachender Block



beendet Marathon-Satz

Insgesamt neun Satzbälle wurden abgewehrt, ehe Bühl seinen sechsten Satzball nach 44 (!) Spielminuten zum 39:37 verwerten konnte. Mit einem krachenden Block pflückte Yannick Goralik einen Angriffsball von Friedrichshafens Außenangreifer Tomas Krisko, der bis dahin nicht zu halten gewesen war, und machte damit den ersten Satz klar.

Den Satzbeginn im Rücken machte Bühl im zweiten Durchgang von Anfang an viel Druck und schien auf allerbestem Weg, die Überraschung perfekt zu machen. Der Favorit vom Bodensee wirkte phasenweise ratlos, erst mit der Einwechslung ausgerechnet des Ex-Bühlers Martti Juhkami, der später zum wertvollsten Spieler seines Teams gekürt wurde, stabilisierte sich das Spiel der Gäste. Noch ließ Bühl sich aber nicht beeindrucken und blieb bis zum 19:15 auf Kurs, ehe Juhkami mit einer Aufschlagserie das Spiel kippen ließ. Die Bisons stemmten sich zwar gegen den Satzverlust und mussten sich vor allem in kämpferischer Hinsicht nichts vorwerfen lassen, doch Friedrichshafen brachte den Satz mit Cleverness nach Hause.

Ab diesem Zeitpunkt hatte Friedrichshafen Oberwasser. Die Aufschlagtaktik wurde umgestellt und Bühls Annahme bekam mehr und mehr Probleme. Trainer Johan Verstappen versuchte zwar mit mehreren Spielerwechseln wieder Stabilität ins Spiel seiner Mannschaft zu bekommen, letztlich ohne Erfolg. Nach klar verlorenem dritten Satz kam Bühl im vierten Durchgang dann aber nochmals bärenstark zurück und machte auch den vierten Satz zur höchst spannenden Angelegenheit. Bei ständig wechselnder Führung ging es ins Satzfinale. Bühl wehrte bei 22:24 zwei Matchbälle ab, wenig später sogar einen dritten, doch ganz am Ende sorgte ein erfolgreicher Block der Gäste für die endgültige Entscheidung.

"Den zweiten Satz kann man gewinnen und auch im vierten Satz waren wir dran", trauerte Verstappen den vergebenen Chancen nach: "Da fehlte uns leider etwas die Erfahrung, doch wir werden weiter lernen."

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