Spannender als der "Tatort"

Spannender als der 'Tatort'

Von Christian Rapp

Ein Höhepunkt folgt auf den nächsten. Zumindest wenn man es derzeit mit dem SV 08 Kuppenheim hält. Der Oktober-Spielplan des Fußball-Verbandsligisten ist vollgepackt mit Spitzenspielen, die mehr Spannung garantieren als der "Tatort" am Sonntagabend in der ARD. Die nächste vielversprechende Folge mit der Wörtelelf in der Hauptrolle wird morgen zur besten Fußballzeit um 15.30 Uhr in Denzlingen ausgestrahlt, wenn der Rangvierte beim Tabellendritten gastiert.

Einen nervenaufreibenden Krimi durften am vergangenen Samstag 250 Zuschauer im Kuppenheimer Wörtel verfolgen. Während die Schwarz-Blauen in der ersten Halbzeit schärfer auf das Pfullendorfer Tor ballerten als Lena Odenthal, Ivo Batic und Co. mit ihren Pistolen, kam es in den letzten 20 Minuten zu einem spannenden Showdown. Die Bösewichte aus Pfullendorf, als Tabellendritter inklusive drei Sauerstoffgeräten für die zweite Luft angereist, gingen ein höllisches Tempo, schnürten den SV 08 immer weiter in der eigenen Hälfte ein. Doch die Frieböse-Elf wehrte sich, zeigte eine leidenschaftliche Abwehrschlacht und hatte, ganz "Tatort"-mäßig, das Happy End auf ihrer Seite. Mit 3:2 behielten die Knöpflestädter die Oberhand.

Die Fortsetzung war folglich gelungen, nachdem die Spitzenspiel-Premiere eine Woche zuvor beim damaligen Tabellenführer Kehler FV mit 1:4 in die Binsen ging. "Es war ein sehr intensives Spiel, großes Lob an die Jungs. Die erste Halbzeit gegen Pfullendorf war wirklich vom Feinsten, die Zielstrebigkeit Richtung Tor war richtig gut. Ab der 70. Minute ging uns die Puste aus, Pfullendorf hat mächtig Gas gegeben, sich trotz des 1:3-Rückstands nie aufgegeben und uns alles abverlangt", blickt 08-Trainer Matthias Frieböse auf die zweite von vier Toppartien in Serie zurück.

Teil drei der Spitzenspiel-Saga führt den SV 08 Kuppenheim morgen zum FC Denzlingen, der eine wundersame Verwandlung vollzogen hat. Vergangenes Jahr dem Verbandsliga-Tod gerade noch von der Schippe gesprungen, mischen die Breisgauer nun mächtig in der Spitzengruppe mit. Für Frieböse kommt die Wandlung jedoch nicht von ungefähr. "Der neue Trainer Matthias Kammerknecht macht einiges richtig. Er bekommt die schwierigen Charaktere in die Mannschaft integriert, und vorne haben sie vier schnelle Spieler, die individuelle Klasse haben", lobt der 08-Coach die Offensivstärke (24 Saisontreffer) rund um Simon Walter (sechs Tore), hebt aber auch die defensive Kompaktheit der Breisgauer hervor: "Torres und Dees sorgen für Struktur im FCD-Spiel. Ich sehe sie ähnlich wie uns: Sie versuchen, defensiv kompakt zu sein, und vorne haben sie Qualität. Deshalb ist es eine hohe Hürde für uns."

Es kommt also, wie schon gegen Pfullendorf, reichlich Arbeit auf die 08-Abwehr rund um Routinier Faruk Karadogan zu. Doch das Zusammenspiel der Erfahrung Karadogans mit dem jugendlichen Elan seiner Nebenmänner Borutta und Smuda klappt derzeit bestens. Der offensivstarke SCP machte zwar viel Druck, zu hochkarätigen Chancen kamen sie aber kaum. Dies soll auch morgen der Fall sein. "Wir fahren mit viel Selbstvertrauen dorthin. Wenn wir die Denzlinger Offensive in den Griff bekommen, ist was Zählbares drin, am besten natürlich drei Punkte", erklärt Frieböse

Sollte dies gelingen, wartet nächstes Wochenende im Wörtel gegen den Tabellenführer FV Lörrach-Brombach der finale Teil der Spitzenspiel-Wochen. Vor so viel Spannung würden selbst die erfahrenen Kommissare Odenthal, Batic und Co. erblassen.

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