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Ohne Ehrenamtliche und Spenden geht es nicht
Ohne Ehrenamtliche und Spenden geht es nicht
10.01.2018 - 15:40 Uhr
Baden-Baden (red) - "Hier ist die coole KULE", rufen ein paar gut gelaunte Menschen mit Behinderung. Die "coole KULE" ist das Kurzzeitwohnen der Lebenshilfe in der Cité in Baden-Baden. Dort wird seit 2010 Wohnen für eine begrenzte Zeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Handicaps bis hin zur schweren Mehrfachbehinderung angeboten.

Die Lebenshilfemitarbeiter entlasten damit die Familien, die sonst immer für die Menschen da sind. Zugleich bereiten sie ihren Gästen eine schöne Zeit, heißt es in einer Mitteilung. Dafür das nötige Personal zu finden und das alljährlich auftretende Defizit zu decken, ist für die Lebenshilfe der Region Baden-Baden, Bühl, Achern eine permanente Herausforderung.

Räumlichkeiten im Edith-Mühlschlegel-Haus

Die Räume befinden sich in der obersten Etage des Edith-Mühlschlegel-Hauses der Lebenshilfe in der Breisgaustraße. Dort hat laut Leiterin Carola Schmole jeder Gast ein eigenes Zimmer. Es werde gespielt, gebastelt und es gebe Ausflüge in den Zoo oder ins Kino.

Die KULE sei eine der ganz wenigen Einrichtungen für Kurzzeitwohnen in Baden-Württemberg, die das ganze Jahr geöffnet sind und auch Notaufnahmen möglich macht, erklärt die Leiterin. Das werde vor allem dann wichtig, wenn ein pflegender Angehöriger plötzlich ausfällt. Im Frühjahr habe eine ähnliche Einrichtung im Rhein-Neckar-Kreis wegen des permanenten Defizits und Personalmangels schließen müssen. Aufgrund des großen Bedarfs kommen Menschen mit Handicap inzwischen nicht nur aus Baden-Baden, dem Landkreis Rastatt und dem Ortenaukreis, sondern auch aus Lörrach, Pforzheim oder Frankfurt.

Ferien- und Wochenendzeiten besonders beliebt

Besonders gefragt seien die Wochenenden und die Ferienzeiten, erklärt Schmole. Aufgrund der schwierigen Belegungsstruktur und der steigenden Nachfrage von Gästen mit einer schweren Behinderung kann die Lebenshilfe dieses äußerst wichtige Angebot trotz aller Anstrengungen nicht kostendeckend betreiben. Ist nur ein Gast da, ist die Kostenunterdeckung gravierend, so Christian Lemcke, Mitglied der Geschäftsleitung der Lebenshilfe.

Heimweh nach der Mama gehört dazu

"Meine Mama macht grad Urlaub und kann sich auch mal erholen", sagt Marianne, die im Rollstuhl sitzt. Sie sei schon öfter hier gewesen, erzählt sie und zeigt gern ihr Zimmer. Der kleine Bob dagegen hat Heimweh nach seiner Mama, so dass seine Betreuerin Olivia, Lebenshilfe-Studentin der sozialen Arbeit, ihn ablenken und trösten muss. Mit viel Herzblut und Zuwendung gelingt es den äußerst motivierten Mitarbeitern immer wieder neu, eine persönliche Bindung zu den Gästen aufzubauen.

Ehrenamtliche sind gefragt

"Unsere Gäste sind spontan, authentisch und herzlich, das mag ich. Auch wenn das Arbeitspensum manchmal herausfordernd ist und die Bürokratie nicht weniger wird", erklärt Schmole. Die Gäste werden gewaschen und gewickelt, angezogen und ernährt, wenn sie das nicht selbst können. Ohne ehrenamtliche Helfer und die Unterstützung durch Spenden ginge vieles nicht. "Wir brauchen Begleiter, die bei Ausflügen die Rollstuhlfahrer schieben. Oder wir freuen uns, wenn uns jemand einen Kuchen backt", so Schmole.

Fachkräfte kümmern sich um die Versorgung mit Insulin oder Sondenernährung, achten auf die richtige Lagerung, reagieren auf epileptische Anfälle.

Foto: Lebenshilfe

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