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"Tatort": Abschied an Ostern
'Tatort': Abschied an Ostern
21.04.2019 - 16:00 Uhr
Bremen (dpa) - Die erste Filmminute - und schon liegt ihnen die ganze Welt zu Füßen. Zum Auftakt ihrer letzten gemeinsamen "Tatort"-Folge wagt das Bremer Ermittlerduo Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) einen Tandem-Fallschirmsprung aus Tausenden Meter Höhe. "Es ist nur der erste Schritt. Danach ist alles ganz toll", versichert Stedefreund seiner skeptisch schauenden Kollegin. Nach 34 Kriminalfällen, so scheint es, bleibt den beiden nur noch der freie Fall ins Ungewisse - und was kommt dann?

Auch im echten Leben haben Sabine Postel und Oliver Mommsen den Absprung gewagt: Nach 18 gemeinsamen Dienstjahren machen die zwei "Tatort"-Urgesteine Schluss mit ihren Ermittlungen. "Als Schnüffler werden wir jetzt erstmal getrennt", sagt Mommsen leicht wehmütig in einem Interview. "Natürlich kann man nie mit absoluter Sicherheit wissen, ob es auch die richtige Entscheidung war", fügt Postel mit einem Lachen hinzu. Sie hatte ihren ersten "Tatort"-Einsatz 1997 an der Seite von Rufus Beck.

Von Zweifeln oder gar Wehmutsgefühlen ist in der neuen Folge "Wo ist nur mein Schatz geblieben?", die das Erste am Ostermontag ab 20.15 Uhr zeigt, zunächst noch keine Spur. Kaum am Boden der Tatsachen angekommen, stürzt sich das Duo voller Tatendrang in einen neuen Fall.

Mehr als ein normaler Mordfall

Die Leiche einer jungen Frau, die bei Asphaltarbeiten entdeckt wird, führt die Bremer Kommissare zu einer Firma, die im Visier der zwielichtigen BKA-Beamten Maller (Robert Hunger-Bühler) und Kempf (Philipp Hochmair) steht. Was zunächst nach einem gewöhnlichen Mordfall aussieht, entpuppt sich schnell als gefährlicher Drahtseilakt. "Es stellt sich die Frage: Wie weit kannst du als Ermittler eine saubere Weste behalten, wenn du selbst die ganze Zeit im Dreck schnüffelst?", sagt Mommsen.

Leben der Ermittler gerät in Gefahr

Während Lürsen und Stedefreund immer tiefer in ein Netz aus Korruption, Drogenhandel und Erpressung eintauchen, werden sie von einem Schatten aus Stedefreunds Vergangenheit eingeholt. Und dadurch gerät nicht nur der Ermittlungserfolg, sondern auch das Leben der Ermittler in akute Gefahr.

"Nicht jede Wahrheit muss ans Licht"

"Unsere letzte Folge hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Die Beziehung der beiden, die schließlich jahrelang von bedingungsloser Loyalität geprägt war, wird auf einmal komplett hinterfragt", verrät Sabine Postel. Und eines wird auch dem Zuschauer schnell klar: Stedefreund weiß mehr, als er preisgibt. "Nicht jede Wahrheit muss ans Licht", sagt der Kommissar an einer Stelle im Film. "Diese schon", erwidert seine Kollegin.

Zuschauer können kaum verschnaufen

Den Weg zu dieser Wahrheit inszeniert Regisseur Florian Baxmeyer, der zusammen mit Michael Comtesse auch das Drehbuch geschrieben hat, in einem eng getakteten, atmosphärischen Bilderspektakel, das dem Zuschauer nur selten Zeit zum Verschnaufen lässt. "Da haben die echt noch mal das große Besteck rausgeholt. Zum Schluss noch mal tief in die Tasche gegriffen, ein paar Euro mehr ausgegeben und uns den ganz großen Abenteuerspielplatz geschaffen", sagt Oliver Mommsen.

"Auf die große Oper gehofft"

Florian Baxmeyer war es schließlich auch, der entscheiden durfte, wie genau es mit den beiden Alt-Kommissaren in der Serie zu Ende gehen sollte. "Florian hat bei uns mit die schönsten ,Tatorte' gemacht. Wenn der sich hinsetzt und sich vornimmt, ein großartiges Ende zu schreiben, dann schafft er das auch", sagt Sabine Postel.

Ein Blick zu ihrem Serienkollegen bestätigt ihr Urteil: "Ich war auf alles vorbereitet. Auf ein kurzes Nicken, ein "Tschüssikowski", ein einfaches Winken in die Kamera. Aber natürlich hatte ich schon auf die große Oper gehofft - und wurde nicht enttäuscht", sagt Mommsen.

Nachfolge noch offen

Wer als Nachfolger für das Bremer Team in Zukunft auf Verbrecherjagd gehen wird, ist noch nicht bekannt. Der nächste Bremer "Tatort"-Dreh ist nach Angaben eines Sendersprechers für Anfang 2020 geplant.

Foto: Christine Schroeder/Radio Bremen/ARD Degeto/dpa

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