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Exzellenzunis: Hoffnung in Karlsruhe
Exzellenzunis: Hoffnung in Karlsruhe
17.07.2019 - 07:33 Uhr
Stuttgart (lsw) - Am Freitag blickt die baden-württembergische Wissenschaftswelt nach Bonn: Dort wird verkündet, welche Hochschulen sich künftig als "Exzellenzuniversitäten" bezeichnen dürfen und über mindestens sieben Jahre eine millionenschwere Förderung des Staates bekommen. Der Titel wird bundesweit elf Mal vergeben. Baden-Württemberg ist noch mit sechs Universitäten im Rennen - das sind nach den Worten von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) so viele Finalisten wie in keinem anderen Bundesland. Deutschlandweit konkurrieren 19 Konzepte von 22 Universitäten miteinander.

Titelverteidiger im Südwesten sind Tübingen, Konstanz und Heidelberg, wobei die Uniklinik in Heidelberg zuletzt wegen eines umstrittenen Bluttests zur Erkennung von Brustkrebs in die Schlagzeilen geraten war. Und in Tübingen wird dem renommierte Hirnforscher Niels Birbaumer vorgehalten, in einer Studie Daten verfälscht zu haben. Er selbst verteidigt seine Untersuchung gegen die Vorwürfe.

Vorfälle in Heidelberg und Tübingen

Beeinträchtigen diese zwei Vorfälle die Bewerbungen von Heidelberg und Tübingen um den Exzellenztitel? Ministerin Bauer meint dazu: "Exzellenz bemisst sich auch daran, wie die akademische Gemeinschaft mit Fehlern umgeht und diese aufarbeitet." Die Universitäten zeigten, dass sie die mit der Wissenschaftsfreiheit verbundene Verantwortung auch wahrnehmen. "Deshalb glaube ich, dass Tübingen und Heidelberg keine Nachteile erwachsen aus den Fehlern einzelner in Sachen wissenschaftliche Redlichkeit." Die drei weiteren Finalisten aus Baden-Württemberg sind die Universitäten Freiburg und Stuttgart sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Finalisten haben bereits Vorstufe gewonnen

Für die Förderung der Exzellenzuniversitäten stellen der Bund und die Länder jährlich rund 148 Millionen Euro zur Verfügung - 75 Prozent kommen vom Bund, 25 Prozent vom jeweiligen Bundesland. Eine Uni kann dann jährlich mit rund 15 Millionen Euro für die Forschung rechnen - bei Universitätsverbünden können es bis zu 28 Millionen Euro sei.

Die sechs Finalisten aus Baden-Württemberg hatten im September vergangenen Jahres eine Vorstufe des Wettbewerbs genommen, indem mindestens zwei ihrer Forschungsnetzwerke ausgezeichnet worden waren. Mit dem deutschlandweiten Wettbewerb sollen die Universitäten im Spitzenbereich international sichtbarer werden.

Symbolfoto: Uli Deck/dpa

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