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Jesidin: Peiniger nicht begegnet
Jesidin: Peiniger nicht begegnet
30.11.2019 - 14:44 Uhr
Bagdad/Schwäbisch Gmünd (dpa) - Eine vom IS verschleppte irakische Jesidin hat eingeräumt, dass sie anders als von ihr angegeben ihrem früheren IS-Peiniger nicht in Deutschland begegnet ist.

Der Fall hatte vor rund einem Jahr für Schlagzeilen gesorgt. Damals erklärte die 2015 nach Deutschland geflohene Aschwak Hadschi Hamid Talo, sie habe ihren Peiniger in Baden-Württemberg auf der Straße getroffen. In einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit Iraks Staatsfernsehen sagte sie nun, es habe sich herausgestellt, dass der Mann, den sie gesehen habe, ein anderer gewesen sei. Dieser habe ihrem Peiniger geähnelt.

In dem Beitrag des irakischen Staatsfernsehen ist zu sehen, wie die Jesidin den IS-Anhänger im Beisein eines anderen Mannes trifft. "Heb Deinen Kopf", sagt sie, während sie ihm gegenübersteht. "Warum? Ich war 14 Jahre alt, als Du mich vergewaltigt hast." Sie kämpft mit den Tränen. "Du hast mein Leben zerstört. Du hast mir alles genommen, wovon ich geträumt habe." Der Mann in gelber Gefangenenkleidung schaut nur nach unten. Am Ende bricht die Jesidin zusammen.

In dem Beitrag sagt Aschwak, irakische Sicherheitskräfte hätten ihren Peiniger festgenommen und sie gefragt, ob sie für ein Treffen nach Bagdad komme. Das Video trägt das Logo des irakischen Geheimdienstes.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte im Sommer 2014 große Regionen im Norden des Iraks überrannt. Dazu gehörten auch Gebiete der Jesiden, einer religiösen Minderheit, die von den Dschihadisten verfolgt wird. Tausende jesidische Frauen wurden von den Extremisten verschleppt und über Jahre misshandelt und missbraucht.

Auch Aschwak wurde von einem IS-Kämpfer gekauft. 2015 kam sie als Flüchtling nach Baden-Württemberg und lebte mit ihrer Mutter und ihren Brüdern in Schwäbisch Gmünd. Sie verließ Deutschland 2018, nachdem sie ihren Peiniger nach eigenen Angaben auf der Straße gesehen hatte, kehrte aber wieder zurück. Den Ermittlungsbehörden warf sie damals vor, ihren Fall nicht ernst genug zu nehmen.

Die "Südwest Presse" meldete damals, Behörden hegten Zweifel an der Geschichte. Es gebe den Verdacht, der Vater habe seine Tochter instrumentalisiert, damit Deutschland andere Angehörige aufnehme.

Foto: Sardar Sattar/dpa

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