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Eingestürzte Mauer erst kurz zuvor geprüft
Eingestürzte Mauer erst kurz zuvor geprüft
18.12.2019 - 17:25 Uhr
Wertheim (lsw) - Die eingestürzte Mauer in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) ist erst einen Monat zuvor von einem Gutachter überprüft worden. Dieser habe aber keine Gefährdung gesehen, die eine vorbeugende Absperrung notwendig gemacht hätte, sagte eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch.

Am Dienstag war ein etwa zehn Meter langer und acht Meter hoher Abschnitt der Mauer entlang eines Fußwegs zur Wertheimer Altstadt zusammengebrochen (wir berichteten). Menschen wurden nicht verletzt. Die Unglücksursache ist weiter unklar.

Statiker und Geologen derzeit am Werk

Statiker und Geologen untersuchen die noch befestigten Mauerteile. Erst wenn sie weitere Gefährdungen ausschließen, könnten die Geröllteile weggeräumt werden, teilte die Sprecherin mit. Die Mauer, die Teil eines Privatanwesens ist, sei "alt"; genauere Angaben könnten nicht gemacht werden. Der Besitzer habe sie im November prüfen lassen und eine Sanierung in die Wege geleitet.

KIT-Experte: Überwachungen basieren oft allein auf optischen Prüfungen

Nach Einschätzung von Andreas Gerdes vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beruhen die meisten Überwachungen von Gebäuden in Deutschland lediglich auf optischen Prüfungen. Besonders bei alten Gemäuern, die nicht nach aktuellen Regeln errichtet worden sind, hält er das für problematisch. "Wir wissen in der Regel nicht, in welchem Zustand sie sind, weil wir die Prozesse im Inneren von außen nicht erkennen", sagte der Chemiker.

Keine bindenden Normen für Untersuchung historischer Bauwerke

Alternativen wie die Georadar-Methode durchleuchten Bauwerke, sind aber nach Gerdes' Angaben mit hohen Kosten verbunden. Die Analyse eines Viadukts bei Welzheim (Rems-Murr-Kreis) etwa kostete 60.000 Euro. Es gebe keine bindenden Normen zur Untersuchung historischer Bauwerke. Lediglich die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA) hat Leitlinien dazu erarbeitet.

Foto: Christoph Schmidt/dpa

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