Besserer Gewässerschutz gefordert

Besserer Gewässerschutz gefordert

Radolfzell (lsw) - Naturschützer haben stärkere Anstrengungen für die Verbesserung des ökologischen Zustands der Gewässer in Baden-Württemberg gefordert. "Im Südwesten kann praktisch kein Fluss mehr frei fließen", beklagten die Landesvorsitzenden der Umweltorganisationen Nabu und BUND, Johannes Enssle und Brigitte Dahlbender, am Samstag in Radolfsee.

Deutschlandweit seien nur acht Prozent der Bäche, Flüsse und Seen in einem guten Zustand, beklagten sie bei einer Protestaktion am Rande der 43. Naturschutztage am Bodensee (3. bis 6. Januar). "Grund dafür sind die massiven Eingriffe des Menschen in Flussläufe und Auen sowie Stoffeinträge aus der Landwirtschaft und der Industrie."

Rund 700 Teilnehmer riefen laut Mitteilung der beiden Verbände zur strikten Einhaltung Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU auf. "Die WRRL ist der Garant dafür, dass unsere Flüsse und Bäche im Land sauberer werden", hieß es in der Mitteilung. "Klare Flüsse, Seen und Grundwasservorräte sind überlebenswichtig für Tiere, Pflanzen und uns Menschen. Die EU-Richtlinie sichert damit auch den Schutz und Erhalt des Bodensees als größtem Trinkwasserspeicher Europas." Der Schutz der Gewässer sei aber in Gefahr, da die EU "auf Druck der industriellen Landwirtschaft" die bisherigen Qualitätsstandards herabsetzen könnte.

Symbolfoto: dpa

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