Marias Mutter sagt vor Gericht aus

Marias Mutter sagt vor Gericht aus

Freiburg (lsw) - Im Freiburger Prozess um die jahrelang verschwundene Maria hat die Mutter der heute 19-Jährigen als Zeugin ausgesagt. Ihre Tochter leide bis heute und müsse das Geschehene erst noch aufarbeiten, sagte die 55-Jährige am Freitag vor dem Landgericht Freiburg.

Zudem müsse sie, nachdem sie mehr als fünf Jahre untergetaucht war und in dieser Zeit nicht zur Schule ging, einen Schulabschluss machen. Sie benötige Hilfe und Medikamente, auch um sich wieder an normale Ernährung zu gewöhnen. Seit ihrer Flucht im Mai 2013 habe sie sich gemeinsam mit ihrem rund 40 Jahre älteren Begleiter fast ausschließlich von Wasser und Brot ernährt, sagte die Staatsanwältin.

Angeklagt ist ein 58 Jahre alter Deutscher aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen. Ihm werden Kindesentführung und sexueller Missbrauch zur Last gelegt. Der Mann war laut Anklage im Mai 2013 mit der damals 13-Jährigen aus Freiburg ins Ausland geflüchtet, ohne dass deren Eltern von dem Plan wussten oder einverstanden waren. Er soll das Mädchen in mehr als 100 Fällen sexuell missbraucht haben.

Nach der Rückkehr Marias im vergangenen August wurde der Mann in Italien festgenommen. Ein Urteil soll es Ende Juni geben.

Foto: Patrick Seeger/dpa/Archiv

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