Länger Brötchen am Sonntag

Länger Brötchen am Sonntag

Karlsruhe (lsw) - Gute Nachrichten für Langschläfer: Sie bekommen ihre frischen Sonntagsbrötchen künftig auch außerhalb der vorgeschriebenen Öffnungszeiten bei Bäckereien, sofern diese auch ein Café betreiben. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am gestrigen Donnerstag entschieden.

Die Bäcker im Südwesten begrüßen die Entscheidung. "Wir finden das Urteil hervorragend, weil das die Realität abbildet, wie das schon seit Jahren gehandhabt wird", sagte Stefan Körber, der Hauptgeschäftsführer der Bäckereiinnungen Baden-Württemberg.

Richter zählen Bäckereicafés zu Gaststätten

Die Karlsruher Richter zählten Bäckereicafés zu Gaststätten. Diese dürften Brot und Brötchen als "zubereitete Speisen" an Sonntagen von früh bis spät verkaufen und nicht nur für drei Stunden wie Bäckereien ohne Café-Betrieb etwa in Baden-Württemberg und Bayern. Die Konsequenzen einer Einschränkung "wären dramatisch gewesen", sagte Stefan Körber. Dann wären Umsätze weggebrochen.

Bäckermeister entscheidet weiterhin, wann Backwaren verkauft werden

Ein anderes Urteil wäre laut Körber auch schwer zu vermitteln gewesen. "Wir können unseren Kunden nicht erklären, wenn sie bei uns einen Café trinken, dass sie dann das Brot woanders kaufen müssen." Auch nach dem Urteil sei es aber weiter Entscheidung der Bäckermeister, wann sie Backwaren verkaufen. Das hänge davon ab, was die Kunden möchten. Auch wolle man den Sonntag für das Bäckerhandwerk nicht zu einem normalen Werktag machen - mit Rücksicht auf die Angestellten. Der Verkauf am Sonntag solle etwas Besonderes bleiben.

Urteil gilt bundesweit

Der vor dem BGH verhandelte Fall stammte aus Bayern. Die Wettbewerbszentrale hatte einen Backwaren-Hersteller mit Filialen in München verklagt, weil Kunden Brötchen dort vor- und nachmittags kaufen konnten. Das Gaststättenrecht ist in den relevanten Punkten in allen Bundesländern ähnlich, daher gilt das Urteil bundesweit.

Foto: Peter Kneffel/dpa

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