Vergewaltigungsmord wieder vor Gericht

Vergewaltigungsmord wieder vor Gericht

Freiburg (lsw) - Drei Jahre nach dem Sexualmord an einer 27 Jahre alten Joggerin in Endingen bei Freiburg hat die deutsche Justiz den Fall noch nicht abgeschlossen. Eine vor knapp einem Jahr vom Bundesgerichtshof (BGH) angeordnete erneute Verhandlung vor dem Landgericht Freiburg zur Frage der vorgesehenen Sicherungsverwahrung für den verurteilen Mörder hat es bislang nicht gegeben, sagte ein Sprecher des Gerichts. Dieses Jahr werde sie nicht mehr stattfinden.

Bis zu einer Entscheidung ruht laut Justiz die von Österreich beantragte Auslieferung des Mannes. Er bleibe vorerst in deutscher Haft.

Fernfahrer 2017 zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt

Das Freiburger Landgericht hat den damals 40 Jahre alten Fernfahrer aus Rumänien im Dezember 2017 wegen Mordes und besonders schwerer Vergewaltigung zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Er hatte gestanden, die 27-Jährige am 6. November 2016 in einem Wald in den Weinbergen von Endingen vergewaltigt und getötet zu haben.

Dem Mann wird auch der Mord an einer französischen Austauschstudentin im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein zur Last gelegt. An beiden Tatorten waren Spuren von ihm gefunden worden, beide Taten ähneln sich. Die 20 Jahre alte Französin aus Lyon war am Ufer des Flusses Inn mit einer Eisenstange erschlagen worden. Die Tat konnte lange nicht aufgeklärt werden.

Österreich hat wegen Mord in Tirol Auslieferung beantragt

Den Mord in Tirol hat der Lkw-Fahrer Gerichtsangaben zufolge im Gespräch mit einem psychiatrischen Gutachter eingeräumt. Österreich hat wegen des Falles die Auslieferung des Mannes beantragt, die Staatsanwaltschaft hat am Landesgericht Innsbruck Anklage erhoben. Dort soll es zum Prozess kommen.

Doch nach dem Freiburger Urteil legte der Mann Revision ein. Der BGH in Karlsruhe entschied im November vergangenen Jahres und erklärte die lebenslange Haftstrafe sowie "die besondere Schwere der Schuld", die das Freiburger Gericht festgestellt hatte, für rechtmäßig. Über die vorbehaltlich angeordnete Sicherungsverwahrung muss das Landgericht allerdings neu verhandeln und entscheiden. Die Begründung des Landgerichts zur Frage der Sicherungsverwahrung sei nicht ausreichend, so der BGH. Der Fall ging damit zurück nach Freiburg.

Zu einer erneuten Verhandlung dort ist es bislang nicht gekommen, wie der Gerichtssprecher bestätigte. Wegen des Ende Juni begonnenen und groß angelegten Prozesses zur Freiburger Gruppenvergewaltigung mit elf Angeklagten sei die zuständige Kammer des Gerichts voraussichtlich bis ins Frühjahr des nächsten Jahres ausgelastet. Der Fall Endingen werde erst danach verhandelt. Ein Termin vorher sei ausgeschlossen. Bis zu einer erneuten Verhandlung und Entscheidung ist das Freiburger Urteil nicht in vollem Umfang rechtskräftig.

Foto: Patrick Seeger/dpa/Archiv

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