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Eine Tradition über Jahrzehnte
Eine Tradition über Jahrzehnte
05.02.2015 - 18:56 Uhr
Von Katharina Wunsch, Linda Asal und Tamara Krämer

Anlässlich der bevorstehenden Fastnachtsveranstaltungen im Murgtal blicken wir, drei Schülerinnen des Albert-Scheitzer-Gymnasiums (ASG), in die Jahre zurück, in denen unsere Großeltern jung waren und Fastnacht in Bermersbach in den 50ern des letzten Jahrhunderts erlebt haben.

Beginnt die Fastnacht, die wir heute kennenlernen, erst am Schmutzigen Donnerstag mit Veranstaltungen, konnten unsere Großeltern schon eine Woche vor dem Schmutzigen Donnerstag "schnurren" gehen. Dazu gingen sie in die ehemaligen Gaststätten "Sternen" und "Badner Höhe". Dabei verkleideten und maskierten sich die Damen und Herren.

"Nach einem gemeinsamen Tanz war es Tradition, dass die Damen von den Herren auf einen Drink an die Bar eingeladen wurden", erinnert sich Anni Halberg. Das heutige Bermersbacher Narrenbaumstellen, das immer freitags stattfindet, gab es zu dieser Zeit noch nicht. Damals hat man sich in den Gastwirtschaften getroffen, um dort bei Livemusik das Tanzbein zu schwingen.

Auch im Zusammenhang mit den Fastnachtssitzungen hat sich etwas geändert. Wo heute samstags und sonntags jeweils eine Sitzung stattfindet, gab es damals nur eine große Sitzung. Am Fastnachtssamstag beteiligten sich die Bermersbacher Vereine mit einem Auftritt an der großen Veranstaltung - darunter auch der Gesangs- und der Schwarzwaldverein. Heute werden die meisten Bütten und Tänze vom Turnverein und von Privatpersonen übernommen.

Am Rosenmontag und am Fasentdienstag findet heute, wie auch damals, ganz traditionell das "Schlempeln" statt. Hierbei verkleiden sich verschiedenen Gruppen von jung bis alt und ziehen mit Masken von Haus zu Haus. In vielen Häusern sind die "Schlempen" auch heute noch willkommene Gäste. Aber wenn sie dann erst einmal in den Häusern sind, bekommt man die "Fasebutze" kaum wieder raus.

Ebenfalls am Rosenmontag findet heute der Kinderball statt, bei dem die kleinen Mitglieder des Vereins ihr Gelerntes zeigen können. Früher wurden die Kindersitzungen mit einem Umzug der Blaskapelle eröffnet. Den gibt es aber schon lange nicht mehr.

In der Nacht von Dienstag auf Aschermittwoch findet dann auf dem Schulhof das "Hexenverbrennen" statt, bei dem die Hexe des Narrenbaumes verbrannt wird. Dieses Ereignis hat sich erst seit einigen Jahren in das Dorfleben eingegliedert. Um der fünften Jahreszeit noch ein letztes Mal die Ehre zu erweisen, veranstaltet der Elferrat am Mittag des Aschermittwochs die sogenannte "Geldbeutelwäsche". Hierbei trifft man sich auf dem Schulhof, um von dort aus zu dem Narrenbaum zu laufen. Nach einer Ansprache und einer Gedenkfeier wird der traditionelle Narrenbaum vom Förster Hans-Jörg Wiederrecht gefällt.

Die Autoren besuchen die Klasse 9c des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Gernsbach.

Foto: Vetter/Archiv

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