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Taschengeld - eine sinnvolle Lösung?
Taschengeld - eine sinnvolle Lösung?
09.02.2015 - 17:29 Uhr
Von Sara Köninger

Taschengeld ist ein umstrittenes Thema. Jeder handhabt es anders und findet seine Lösung am besten. Der Betrag, den Jugendliche monatlich als Taschengeld erhalten, variiert stark: Viele Eltern geben ihren Kindern gar kein Taschengeld, andere wiederum sehr hohe Beträge. Die Höhe des Taschengeldes hängt beispielsweise auch davon ab, was die Kinder sich davon finanzieren müssen.

So bekommen Kinder oder Jugendliche, die sich Klamotten oder Schulsachen von ihrem Taschengeld kaufen müssen, erfahrungsgemäß mehr Taschengeld als diejenigen, die sich von ihrem Taschengeld nur ihre Freizeit finanzieren. Eine Umfrage in der Klasse 9b des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Gernsbach hat ergeben, dass nur 13 Prozent der Jugendlichen in der Klasse kein Taschengeld bekommt. Alle anderen bekommen regelmäßig Geld ausbezahlt, entweder bar oder auf das Konto.

Der durchschnittliche Betrag beträgt rund 25 Euro. Dieser Wert entspricht nach Angaben von t-online.de ungefähr dem von Jugendämtern als angemessen erachteten Betrag für Jugendliche im Alter zwischen 14 und 15 Jahren. Der höchste Betrag in der Klasse beträgt 110 Euro pro Monat.

Der Umfrage nach verwenden viele Jugendliche ihr Geld für den Kauf langersehnter "Extras", wie beispielsweise Süßigkeiten oder Bücher, die sie nicht von ihren Eltern finanziert bekommen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum viele Jugendliche auf die Frage, was sie mit ihrem Taschengeld machen, antworten: "Ich spar mein Geld überwiegend." Während Jungs ihr Geld laut Umfrage eher sparen oder sich kleine Wünsche erfüllen, gehen die Mädchen mit ihrem Geld gerne shoppen oder unternehmen etwas mit Freunden. Denn die meisten Schüler müssen ihre Kleidung oder Schulsachen nicht selbst kaufen.

Trotz unterschiedlicher Interessen scheint Taschengeld seinen Zweck zu erfüllen. Eltern wollen, dass ihre Kinder den Umgang mit Geld selbst erlernen: "Man kann nicht immer alles gleich haben, man muss es sich erarbeiten und sich genau überlegen, ob der Kauf eines Artikels wirklich notwendig ist."

Taschengeld hat viel mit Erziehung zu tun. Doch ab welchem Alter ist Taschengeld überhaupt sinnvoll? Laut t-online.de empfehlen die Jugendämter schon ab einem Alter von vier bis fünf Jahren einen geringen, aber doch vorhandenen Taschengeldbetrag, um die "Kleinen" an den Umgang mit Geld zu gewöhnen.

Doch wie sieht dies im realen Leben aus? Ab welchem Alter geben Eltern wirklich Taschengeld? Nur ein Klassenkamerad hat ab dem empfohlenen Alter von etwa fünf Jahren schon Taschengeld erhalten. Vier weitere Schüler haben laut eigener Aussage zwischen dem 6. und dem 9. Lebensjahr ihren ersten Taschengeldzuschuss bekommen. Die Höhe der in diesem Alter ausgezahlten Beträge liegt zwischen 50 Cent pro Woche und 20 Euro pro Monat. Viele Schüler haben zwischen zehn und elf Jahren das erste Mal Taschengeld bekommen. Hier reichen die Beträge von zehn Euro bis 50 Euro pro Monat - eine Differenz von 40 Euro.

Die letzte Gruppe bilden die Schüler, die erst sehr spät Taschengeld bekommen haben (fünf Schüler) und diejenigen, die keines bekommen (drei Schüler). Hier liegt die Höhe der Geldbeträge in beiden Fällen bei genau 20 Euro. Auf die Frage, ob sich die Höhe des Taschengeldes mit der Zeit verändert habe, antworteten die meisten Schüler mit "Ja".

Doch geht es überhaupt, ohne Taschengeld auszukommen? Ich behaupte ja. Ich selbst bekomme kein Taschengeld und schaffe es trotzdem, mit meinem Geld auszukommen. Doch woher nimmt man das Geld wenn man kein Taschengeld bekommt? Ich persönlich spare Geld, welches ich zu Weihnachten, Ostern oder zum Geburtstag geschenkt bekomme. Ich kaufe mir erst dann etwas, wenn es mir wirklich gefällt und haue mein Geld nicht gleich auf den Kopf. Außerdem verdiene ich mir mein Geld durch Zeitungen austragen und das Mithelfen im Haushalt. Beides mache ich sehr gerne und so lassen sich Spaß und das Geldverdienen miteinander vereinen. Jedoch muss man dazu sagen, dass ich nur selten etwas aus eigener Hand zahlen muss.

Ob Eltern Taschengeld geben wollen oder nicht ist Erziehungssache. Taschengeld kann Jugendliche an den Gebrauch mit Geld heranführen solange der zu Verfügung stehende Betrag keine übertriebenen Dimensionen annimmt und vorher zusammen mit dem Kind besprochen wird. Die Autorin besucht die Klasse 9b des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Gernsbach. Symbolfoto: dpa

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