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360-Grad-Gaming
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09.02.2015 - 17:56 Uhr
Von Mathis Braun

In Deutschland werden laut Globometer pro Tag 28,71 Millionen Stunden mit Videospielen verbracht. Doch was steckt hinter diesem Phänomen? Und weshalb findet dieses Medium gleichzeitig so viele Anhänger und trotzdem so viele Gegner?

Seit 1947 begeistern Videospiele jung und alt. Durch Arcade-Hallen wurden Spiele wie Pong oder Pacman, die bis heute als zeitlose Klassiker gelten, für das normale Volk zugängig. Eine wahnsinnige Neuerung, wenn man bedenkt, dass für Videospiele bis jetzt immer riesige Rechner vonnöten waren. Mit Hilfe von Heimkonsolen, wie der N64 oder der Sega Dreamcast, fanden die Spiele ihren Weg ins Wohnzimmer. Mittlerweile sind Programmierer in der Lage, Spiele realistischer denn je zu gestalten und die Spieler in die Lage des Protagonisten hinein zu versetzten. Der Spieler kann zu den Spielhelden Bindungen aufbauen und riesige, liebevoll gestaltete Welten erkunden.

Kritiker stören sich an diesem Realismus, weshalb beispielsweise von Ego-Shootern (Spiele aus der Perspektive der Hauptperson) oft behauptet wird, dass sie Menschen im Umgang mit Waffen schulen oder das Töten beibringen würden. Doch weshalb stehen wiederum Filme, in denen derart brutale Gewaltszenen gezeigt werden, nicht auch auf dem Index?

In Videospielen soll nicht nur alles möglichst realistisch wirken. Es gibt auch Spiele, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Spieler in ungewöhnliche Locations und Fantasiewelten, wie zum Beispiel eine Raumstation oder ein wunderschönes Königreich, abtauchen zu lassen. Videospiele sind aufgrund langer Spielzeit in der Lage, Bindungen der Charaktere in einer Weise hervorzurufen, zu der ein Film niemals in der Lage wäre.

Im Gegensatz zum Fernsehen hat man im Umgang mit Videospielen viel mehr Möglichkeiten, welche die Kreativität fördern können. Die Interaktivität ermöglicht dem Spieler, eigene Entscheidungen zu treffen, die für Konsequenzen für den Spieler sorgen. Taktik und Gerissenheit sind gefragt, um Gegner zu eliminieren und Level zu beenden. Und auch hinter der Steuerung mancher Videospiele steckt mehr, als nur zufälliges Tastendrücken - die richtige Taste im richtigen Moment, verschiedene Tastenkombinationen, Reaktionsvermögen und die zugehörige Feinmotorik sind Voraussetzungen für einen erfolgreichen Spieler.

"Videospiel" ist nur ein Überbegriff, der mehrere Genres umfasst, wie zum Beispiel Third Person-Shooter (Spiele aus der dritten Person), Point-and-Click Adventures (Such- und Rätselspiele) oder Strategiespiele. Aus manchen Spielereihen haben sich mittlerweile ganze Epen ergeben, da die Spieleuniversen durch Spin-offs (haben nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun), Prequels (Vorgeschichten), DLCs (zusätzliche Spieleinhalte), Bücher oder Merchandise so erweitert wurden, dass selbst nebensächliche Charaktere eine eigene Geschichte bekommen.

Ein oft angesprochener Kritikpunkt ist auch das Suchtverhalten Jugendlicher im Umgang mit Videospielen. Dies liegt doch zumeist daran, dass man oft alle Gegenstände in einer riesigen Umgebung finden muss, um exklusive Inhalte freischalten zu können.

Videospiele eröffnen eine neue Stufe der Unterhaltungsmedien und bei einer großen Palette an Spielen findet sich auch etwas für jeden Geschmack. Obwohl die Spiele immer realistischer dargestellt werden, darf man reale Erlebnisse nicht durch Erlebnisse in Videospielen ersetzen.

Der Autor besucht die Klasse 9b des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Gernsbach.

Symbolfoto: dpa

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