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"Diät? Lieber morgen ...": Mit ausgewogener Ernährung zum Ziel
Birgit Schilchen, Holger Eisen und (von links) die Autorinnen Lesly Vogel, Laura Knaus und Marie-Sophie Hepp. Foto: pr
11.02.2015 - 16:30 Uhr
Von Marie-Sophie Hepp,

Lesly Vogel und Laura Knaus

Jeder kennt es! Man nimmt es sich vor, ab sofort auf die Ernährung zu achten, und dann? In der Stadt sieht dann doch das eine oder andere Schnell-Restaurant einfach zu attraktiv aus. Da verschiebt man seine Diät doch lieber auf den nächsten Tag und haut noch mal so richtig rein.

Wir unterhielten uns in der Klinik Balg im Klinikum Mittelbaden mit den dort angestellten Ernährungsberatern Birgit Schilchen (57) und Holger Eisen (40) über gesunde Ernährung und gesunde Gewichtsreduktion im Rahmen einer Diät.

Schilchen und Eisen kochten schon immer gerne. Als Ernährungsberater können sie sich zudem auch mit Menschen unterhalten und diese bei Fragen zur Ernährung beraten, weshalb sie sich für diesen Beruf entschieden haben. "Damals wuchs das Interesse der Menschen an einer gesunden Ernährung", berichtet Schilchen. In ihrer Tätigkeit am Klinikum Mittelbaden entwerfen sie für die Krankhäuser und Pflegeheime und teilweise auch für Schulen die Speisepläne der nächsten Wochen, nachfolgend wird der Produktionsplan erstellt. Für Patienten mit Blutzuckerkrankheit, Übergewicht oder nach Operationen am Magen, Darm oder an der Bauchspeicheldrüse führen sie eine Diätberatung durch. Ferner bilden sie das Personal weiter.

Sehr viele Menschen sind heutzutage übergewichtig. Früher wäre es ein Zeichen für wachsenden Reichtum gewesen, heute ist es abschreckend. Woran liegt es, dass heute so viele Menschen fettleibig sind? Viele machen das neumodische Fast Food dafür verantwortlich, doch so einfach ist es nicht, meint Eisen. Fast Food ist eigentlich nicht ungesünder als anderes Essen. Wie bei anderen Lebensmitteln auch, ist es nur eine Frage der Menge. Unser hektischer, stressiger Alltag und unsere Ernährungsgewohnheiten führen zu einer ungesunden Ernährung, wir haben oft keine geregelten Essenszeiten mehr. Jeder isst wann, wo und was er will. Diese Ernährungsweise wird schon den Jüngsten unserer Gesellschaft vorgelebt. Man füttert das Baby, wartet, bis es eingeschlafen ist, und nimmt erst dann selbst etwas zu sich. So gewöhnen sich Kleinkinder daran, irgendwann zu essen. Dies passiert ganz unbewusst. Da viele Menschen zu unterschiedlichen Zeiten essen, wird weniger frisch gekocht. Wer um 12 Uhr Mittag gegessen hat, kann bis abends mit dem nächsten Essen warten und wird nicht schon um 14 Uhr wieder Kleinigkeiten wie Gummibärchen essen.

Oft enthalten Getränke viele Kalorien, beispielsweise hat ein kleines Glas Fanta so viele Kalorien wie ein Brötchen. Um Kalorien einzusparen, kann man Säfte mit Wasser verdünnen.

Schnelldiäten, Diätdrinks und Fitnessdiäten sind nicht immer vorteilhaft. Holger Eisen sagt: "Man nimmt über eine längere Zeitspanne zu und deshalb sollte man nicht versuchen, sein Übergewicht in einer wesentlich kürzeren Zeitspanne zu verlieren. Bei Schnelldiäten werden zunächst noch die unverdauten Nahrungsmittel in unserem Körper verwendet. Ab dem vierten Fastentag greift der Körper auf die Fettreserven zur Energiegewinnung zurück. Erst dann geht es an unsere Fettpolster."

Oft gibt es nach diesen Diäten den sogenannten Jo-Jo Effekt: Nach anfänglicher erfolgreicher Gewichtsreduktion kommt es wieder zur Gewichtszunahme. Das dann erreichte Körpergewicht liegt über dem Ausgangsgewicht. Eine gesunde Diät besteht aus ausgewogener Mischkost. Bei Obst und Gemüse sollte die Erntezeit berücksichtigt werden, da beispielsweise Erdbeeren im Winter weniger Vitamine enthalten.

Eine ausgewogene Ernährung bedeutet, dass man idealerweise an einem Tag drei Mahlzeiten mit Gemüse, zwei Mahlzeiten mit Brot (Kohlenhydraten) oder andere Sättigungsbeilagen, zweimal Obst, einmal ein Milchprodukt, dreimal Eiweißträger, zweimal Fette oder Öle und ein Extra wie eine Kugel Eis oder ein Glas Wein zu sich nimmt. Obst kann gerne zwischendurch verzehrt werden, sollte aber nicht als letzte Mahlzeit gegessen werden, da viele Menschen Hunger durch den Fruchtzucker bekommen. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann man sein Gewicht halten. Um an Gewicht abzunehmen, muss man mehr Kalorien verbrauchen als zunehmen.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang kann man sich mit einem Eis belohnen. Hierzu reicht jedoch auch eine Kugel Eis, das man in aller Ruhe genießt. Essen sollte man überhaupt genießen. Dies erfolgt am Besten in der Familie nach der Schule oder Arbeit bei einem gemeinsamen Essen, bei dem auch über den Tag gesprochen wird. Dadurch wird langsamer gegessen, man nimmt kleinere Portionen zu sich, das Sättigungsgefühl wird bei geringerer Nahrungsmenge erreicht.

Also treffen Sie sich doch mal abends in einer kleinen Runde und genießen Sie ihr Essen.

Die Autorinnen sind in der Klasse 8b im Gymnasium Hohenbaden.

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