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Ein Paradies für Kinoliebhaber
Nathalie Somville
11.02.2015 - 16:52 Uhr
Von Antonia Gentgen

und Laura Apostolico

Wer sich nach einem Kino sehnt, in dem die Bedürfnisse und Wünsche der Kinobesucher großgeschrieben werden, der sollte sich einen Besuch im Moviac Kino in der Baden-Badener Innenstadt nicht entgehen lassen. Die breite Palette von Hightech-Tonsystemen bis hin zu extravagantem Komfort für einen jeden Kinobesucher bietet Kinospaß und Entspannung pur. Wir haben Nathalie Somville, die Inhaberin des Kinos, interviewt, um die zahlreichen Facetten der Kinowelt im Moviac näher zu betrachten und werden im Folgenden erklären, warum ein Aufenthalt im Moviac ein unvergessliches Filmerlebnis garantiert.

Wann und von wem wurde das Moviac Kino gegründet?

Nathalie Somville: Bereits vor der Gründung des heutigen Moviac Kinos im Mai 2013 durch meinen Mann und mich, wurde das Kino im Jahr 1905 von dem Baden-Badener Kinopionier August Daub eingerichtet und galt bis zum Jahr 1996 als ein feines Filmtheater und Filmcasino. Man kann durchaus sagen, dass dies der Auftakt des Kinoimperiums war.

Welche Bedeutung hat der Kinoname "moviac", bzw. wie sind Sie auf den Kinonamen gekommen?

Somville: Der Name "moviac" ist eine Zusammensetzung aus den beiden englischen Wörtern "movie" - was auf Deutsch übersetzt Film heißt - und dem Wort "maniac", das so viel wie verrückt bedeutet. Durch die Zusammensetzung der beiden Wörter resultiert der Name "moviac", auf Deutsch filmverrückt.

Inwiefern unterscheidet sich das Moviac von anderen Kinos?

Somville: Das Moviac ist klein, gemütlich, familiär und auf einem gewissen Niveau. Es ist keine Massenanfertigung und damit das genaue Gegenteil von Blockbuster-Kinos. Wir kennen unsere Gäste sogar bei ihrem Namen. "Heavy-User" zum Beispiel, die seit 20 Jahren nicht mehr im Kino waren, kommen jede Woche zu uns. Außerdem haben wir die 100 Sitzplätze auf nur 48 Plätze reduziert, da sonst der Komfort auf der Strecke bleibt. Unsere Luxus-Sessel sorgen für mehr Spaß, mehr Beinfreiheit und für ein Gefühl der Sicherheit, da jeder Besucher zwei Armlehnen zur Verfügung hat, die er nicht mit seinem Nachbarn teilen muss. Die Sessel haben wir übrigens auf Europas größter Kinoausstattungsmesse entdeckt, die jedes Jahr in Baden-Baden stattfindet.

Was ist so besonders an der technischen Ausstattung vom Moviac?

Somville: Unser Kino ist mit dem "Dolby 3D"-System ausgestattet, das keine Kopfschmerzen und kein Flackern beim Filme schauen verursacht. Außerdem ist in jedem Kinosessel das Körperschallsystem Thunderbox eingebaut, mit dessen Hilfe der Film noch besser miterlebt werden kann. Unsere professionelle Studioleinwand reflektiert das Licht optimal und sorgt für ein klares und helles Bild. Sogar ältere Damen und Herren lassen sich von der neumodischen Technik begeistern, und auch sie setzen 3D-Brillen auf.

Welche Filme werden im Moviac gezeigt?

Somville: Wir zeigen Filme, auf die wir Spaß haben. Wir unterliegen keinem Druck durch große Blockbuster, da wir selbst entscheiden können, welche Filme in unseren Programmheften stehen. Doch auch unserer Gäste haben Einfluss auf das Programm. Durch das enge Verhältnis können sie uns ihre Wünsche und Vorlieben mitteilen.

Warum bieten Sie nicht das typische Kinoessen inklusive Popcorn und Co. an?

Somville: Unserer Meinung nach schmeckt abgepacktes Kinoessen einfach nicht. Das Moviac ist kein Großkino, und außerdem wollen die Besucher durch die Geräuschkulisse von Knistern und Knacken nicht gestört werden. Viele unserer Gäste schätzen deswegen die raschelfreie Zone. Auch Schmutz und unangenehme Gerüche werden somit verhindert.

Warum bezeichnet sich das Moviac auf seiner Homepage als "Green Cinema"?

Somville: Das Moviac verzichtet auf Plastik-Müll und unser Geschirr ist spülbar und wieder verwendbar. Statt Softdrinks aus Plastikflaschen servieren wir zum Beispiel nur Getränke aus Mehrweg-Glasflaschen. Unsere 3D-Brillen werden nicht nach jedem Film weggeworfen, sondern kommen nach der Reinigung und Desinfektion erneut zum Einsatz. Außerdem beziehen wir nur Ökostrom.

Was ist mit der "Filmkultur-in-der-Innenstadt-Philosophie" auf den Programmheften gemeint?

Somville: Es kann nicht sein, dass eine Kulturstadt wie Baden-Baden nach dem Umzug des Cineplex Kinos im Frühjahr diesen Jahres kein einziges Kino mehr in der Innenstadt hat. Ohne das Moviac würde ein Vakuum entstehen. Deswegen ist es uns sehr wichtig, dass die Filmkultur in der Baden-Badener Innenstadt erhalten bleibt. Dies sehen wir als unsere Aufgabe.

Ist es etwas Besonderes, die Generation am ältesten Kinostandort Deutschlands weiterführen zu dürfen?

Somville: Ja, natürlich ist es besonders, wenn man einen so traditionsreichen Kinostandort wieder mit Leben erfüllen darf. Die Vorgeschichte des Kinos haben wir aber erst durch mehrere Zufälle und Recherchen herausgefunden. Eine ältere Frau, welche über dem Kino wohnte, erzählte uns von ihren früheren Kinobesuchen im Kaiserhof. Auch die stehen gelassenen Projektionsfenster samt den alten Nitroklappen aus Blaublech, wiesen eindeutig auf das Alter des Kinostandortes hin. Das Equipment stammte wohl aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg.

Was wünschen Sie Moviac für die Zukunft?

Somville: Natürlich wünschen wir Moviac eine lange Zukunft und werden hier so lange weitermachen, wie es uns Spaß macht. Mindestens zehn oder sogar 20 Jahre, mal sehen. Viele Grüße an den Vermieter.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 9a im Markgraf-Ludwig-Gymnasium.

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