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Minderjährige kommen an Alkohol
Testkauf erfolgreich: In einem Geschäft in Baden-Baden kamen Jugendliche an Alkohol. Foto: dpa
11.02.2015 - 17:08 Uhr
Von Sophie Kräuter und

Simone Schlett

Minderjährige erwarben alkoholische Waren am 31. Januar, nachdem sie verschiedene Einkaufsmärkte auf ihre Sicherheit prüften. Viele Jugendliche werden durch akute Alkoholwerbung immer früher dazu verleitet, Alkohol im unqualifizierten Alter zu konsumieren. Dies zeigte eine wissenschaftliche Untersuchung aus England, die sich mit diesem Thema befasste.

Besonders zur Karnevalszeit müssen sich Jugendliche mit dem Thema Alkohol auseinandersetzen. Häufig kommen Notfalldienste in dieser Zeit verstärkt zum Einsatz. Doch auch unterm Jahr lassen sich Minderjährige, aufgrund der vom Alkohol geprägten Medien, zum Trinken verleiten. Alkohol ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. So sehen auch immer mehr Kinder dies als Normalität an.

Deshalb müssen in Deutschland gewisse Sicherheitsvorkehrungen gegeben sein, die sich auch beim Kauf von alkoholischen Waren widerspiegeln sollten. Aber sind diese Maßnahmen auch überall getroffen worden? Jugendliche starteten den Selbstversuch und prüften, ob Alkohol in Baden-Baden an Minderjährige verkauft wird. In größeren Einkaufsmärkten weisen Ausschilderungen die Jugendlichen, auf das Kaufen von Alkohol, ab dem gesetzlich vorgeschriebenen Alter hin. Dazu müssen sie ihren Ausweis vorzeigen. In zwei von drei getesteten Läden fanden sie diese wieder. Vermisst wurden diese jedoch in einem eher familiären Geschäft, welches keine Ausschilderungen aufwies.

Im Supermarkt "Treff 3000" am Augustaplatz konnten die Minderjährigen keine alkoholischen Waren ohne Ausweis erlangen. Die Verkäuferin Ertraud Jahn wollte ihnen nicht ohne das Wissen über ihr Alter alkoholische Produkte aushändigen. Dazu forderte sie den Ausweis, worauf die Jugendlichen den Versuch aufklärten.

Beim nächsten getesteten Geschäft, das namentlich nicht erwähnt werden möchte, wurden den Minderjährigen Süßigkeiten ausgehändigt, obwohl diese starken Alkohol beinhalteten. Somit wurde gegen das Gesetz verstoßen. Das Kaufland (Rheinstraße) hingegen erwies sich als ein für Jugendliche sicheres Einkaufszentrum. Speziell alkoholische Getränke werden dort nicht ohne das Vorzeigen des Ausweises an Minderjährige verkauft. Der Kassierer Maurice Laun erklärte den Jugendlichen die Sicherheitsmaßnahmen für die Aushändigung von Alkohol. "Wenn ich ein alkoholisches Produkt über den Scanner ziehe, erinnert mich eine Warnung auf dem Display der Kasse daran, auf das Alter des Käufers zu achten. Bei jünger erscheinenden Menschen fordere ich so den Ausweis", erläuterte er den Jugendlichen.

Durch diesen Versuch kommen die Jugendlichen zum Ergebnis, dass das Kaufen von Alkohol in größeren Einkaufmärkten, die einer Einkaufskette angehören, schier unmöglich ist. In kleineren selbstständigen Geschäften jedoch fällt es Minderjährigen deutlich leichter Alkohol zu erwerben, da diese oft nicht die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben und nicht, wie größere Supermärkte regelmäßig auf ihre Sicherheit geprüft werden. Man sollte auch in diesen Geschäften mehr auf die Sicherheit der Jugendlichen, in Bezug auf Alkohol, achten.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 8b im Gymnasium Hohenbaden.

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