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Gute Zukunft nur in Deutschland
Vincentiushaus
12.02.2015 - 12:12 Uhr
Von Luisa Lentze

und Alison Konrad

Rund 60 Asylbewerber bewohnen zurzeit das Vincentiushaus. Ungefähr die Hälfte der Bewohner kommen aus Gambia, Afrika. So auch Herr Bamba und Herr Samba, mit denen ein Interview geplant ist.

Während wir auf unsere Kontaktperson Jaqueline Nguiadem warten, sammeln wir erste Eindrücke des Asylheims. Von außen sieht es verlassen und unbewohnt aus. Auch beim Betreten des Gebäudes mit Frau Nguiadem begegnen wir niemandem. Erst nach einer Weile wird uns bewusst, wie still es im Haus ist. Und das, obwohl es so hellhörig ist. Die Schritte der wenigen uns entgegenkommenden Menschen sind schon von weitem zu hören. Alle begrüßen uns freundlich.

Leider sind die beiden Männer auch nach längerem Suchen unauffindbar. Man erklärt uns, dass unklar ist, ob sie nicht abgeschoben wurden. Freundlicherweise stellt sich spontan der 23-jährige Modou Lamin Kamara für ein Ersatzinterview zur Verfügung.

Während Herr Kamara sich auf das Interview vorbereitet, unterhalten wir uns mit Frau Nguiadem. Auch sie musste vor einigen Jahren aus ihrem Heimatland in Afrika flüchten. Sie erklärt, wie luxuriös das Vincentiushaus im Gegensatz zu anderen Flüchtlingslagern ist. Bei unserem Gespräch stellt sie sich für eventuelle Verständigungsprobleme zur Verfügung.

Herr Kamara möchte nicht allzu viel über seine Vergangenheit erzählen. Wegen Problemen in seinem Heimatland Gambia flüchtete er nach Deutschland, wo er am 2.1.2015 ankam. Seine Familie und Freunde musste er dabei zurücklassen. Er flüchtete alleine. In Deutschland angekommen, stellte man bei ihm TTP, eine seltene Autoimmunerkrankung, fest. Dank der Hilfe deutscher Ärzte hat er die lebensbedrohliche Krankheit überstanden.

Baden-Baden bezeichnet er als tolle Stadt und betont immer wieder, wie gut es ihm hier geht und wie freundlich die Leute zu ihm sind. Doch trotzdem vermisst er vieles aus seinem Heimatland.

Die ersten anfänglichen Deutschstunden verpasste er leider wegen seines langen Krankenhausaufenthaltes. Dies führte dazu, dass seine Deutschkenntnisse bislang etwas spärlich sind. Er möchte sie aber auf jeden Fall noch verbessern. Eine gute Zukunft kann er sich im Moment nur in Deutschland vorstellen. Hier hat er auch schon Karrierepläne. Sein Traumberuf ist Schweißer. Trotzdem möchte er irgendwann wieder nach Gambia zurückkehren.

Als wir das Haus verlassen, fällt uns vor allem auf, wie zufrieden Herr Kamara trotz seiner schlimmen Erlebnisse ist.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 9a des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums.

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