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Auch Kinder können Rheuma haben
Auch Kinder können Rheuma haben
12.02.2015 - 12:17 Uhr
Von Franziska Roemling

Bei Rheuma denken die meisten Leute an eine Krankheit, die nur ältere Menschen betrifft. Doch bei einem Gespräch mit der Kinder- und Jugendrheumatologin Dr. Daniela Herdliczko, Oberärztin am Ortenauklinikum Offenburg, wird schnell klar, dass diese Auffassung falsch ist.

"Rheuma ist ein Sammelbegriff für verschiedene entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates. Alleine in Deutschland sind ungefähr 20 Mio. Menschen betroffen, darunter 20 000 Kinder und Jugendliche."

Als Auslöser kämen verschiedene Faktoren in Betracht, neben Infektionen und größeren psychischen Belastungen könnten auch Unfälle oder Überlastungen den Ausbruch der Krankheit verursachen, bei fast allen Betroffenen sei zudem eine genetische Erbveranlagung festzustellen. "Bei den meisten Rheumaformen tritt eine sogenannte Arthritis, eine Gelenkentzündung, auf und das Gelenk schwillt an und kann nicht mehr so gut bewegt werden." Die dabei auftretenden Gelenkschmerzen seien eines der wichtigsten Krankheitszeichen. Nachweisen könne man es mit Ultraschall- oder auch MRT- Aufnahmen. "Neben den Gelenkbeschwerden kann es zudem, je nach Rheumaform, zu charakteristischen Erscheinungen an Haut, inneren Organen, Augen, Nägeln, aber auch im Wachstum kommen."

Als Therapie könne man verschiedene Behandlungsmethoden verwenden, darunter zahlreiche Medikamente, Physiotherapie sowie Ergotherapie. In einigen Fällen können auch chirurgische Eingriffe oder Hilfsmittel wie Einlagen und Handschienen laut Aussage der Ärztin eine Verbesserung bewirken. "Für die erkrankten Kinder bringt dies oftmals große Veränderungen in ihrem Alltag: Sie müssen öfter zum Arzt, haben regelmäßige Untersuchungen, Blutabnahmen und sind auf andere Menschen oder Hilfsmittel angewiesen. Manchmal werden die Betroffenen aufgrund von Mitleidsempfinden oder Rücksichtnahme anders behandelt, auch Ausgrenzungen bis hin zu Mobbing werden beobachtet. Viele Patienten müssen sich wegen ihrer Erkrankung neu orientieren, zum Beispiel bei ihrer Berufswahl oder ihren Hobbys." Die Krankheitsbewältigung könne für viele Kinder eine enorme psychische sowie physische Belastung darstellen, so dass sich einige Erkrankte sozial isolieren. Eine frühzeitige psychotherapeutische Unterstützung sei hier sehr wichtig.

In speziellen Kliniken lernen Kinder und Jugendliche mit ihrer Krankheit und deren Folgen, die sie oft ein Leben lang begleiten, umzugehen. Die weit verbreitete Meinung, dass nur ältere Menschen von Rheuma betroffen sind, ist also falsch.

Die Autorin besucht die Klasse 9a im Markgraf-Ludwig-Gymnasium.

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