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Vorurteile gegenüber Flüchtlingen?
Vorurteile gegenüber Flüchtlingen?
28.02.2017 - 11:20 Uhr
Von Lea, Anne, Mallek, Lisa und Vanessa im Gespräch

Wir, vier Schüler, die auf das LWG in Rastatt gehen, befassten uns mit dem Thema Flüchtlinge in der Schule und außerhalb. Unsere Inspiration bezüglich dieses Themas war, dass in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen Vorurteile gegenüber Flüchtlingen haben. Deshalb haben wir einen Asylbewerber, der seit Mitte des Schuljahrs in unserer Klasse ist, und einige Schüler aus unserer Klasse interviewt. Wir mussten jedoch, aufgrund der mangelnden Deutschkenntnisse des Asylbewerbers, Einiges aus dem Zusammenhang erschließen.

Sein Name ist Mallek, er ist 16 Jahre alt und kommt aus Daraa, in Syrien. Mallek ist mit seinem Bruder zu Fuß innerhalb von drei Monaten nach Deutschland gekommen, seine Geschwister und Eltern sind jedoch noch in Syrien. Er ist bereits ein Jahr und sieben Monate in Deutschland und wohnt in einem Flüchtlingsheim in Rastatt. Auf die Frage, wie es ihm hier in Deutschland gefällt, konnte er ohne zu zögern sofort antworten, dass es ihm sehr gut gefalle. Freunde hätte er hier noch nicht besonders viele, bis auf einige andere Asylbewerber aus der Flüchtlingsklasse, die es hier am LWG gibt. Dennoch gefalle es Mallek an unserer Schule sehr gut.

Als er nach Deutschland gekommen ist, hätte er noch kein Deutsch gekonnt, weshalb er außerhalb der Schulzeit fleißig Deutsch lerne. Ansonsten spiele er mit seinem Handy oder unternehme etwas mit seinen Freunden aus der Flüchtlingsklasse, die ebenfalls im selben Flüchtlingsheim seien und genau wie er Arabisch sprechen. Mallek erzählte uns außerdem noch, dass an unserer Schule jeder nett zu ihm und seinen Freunden sei und er sehr glücklich hier ist.

Unsere Klassenkameraden waren anfangs etwas unsicher und nicht derselben Meinung bezüglich der Frage, ob sie Vorurteile gegenüber Flüchtlingen hätten. Einige behaupteten, sie hätten noch nie Vorurteile gegenüber Flüchtlingen gehabt, andere wiederum, dass sie ehrlich gesagt Zweifel gehabt hätten. Jedoch sind alle damit einverstanden, dass Flüchtlinge in unsere Klasse kommen, einige hätten es sogar sehr gut gefunden. Doch selbst diejenigen, die Zweifel gehabt hatten, seien nach einigen Wochen in Gegenwart der Flüchtlinge ihre Zweifel los gewesen, erklärten sie. Direkten Kontakt zu den Asylbewerbern hätten sie jedoch nicht, da diese nur wenige Stunden bei uns sind, und die restliche Zeit in ihrer Flüchtlingsklasse verbringen. Ein Problem, sich mit ihnen anzufreunden, hätten unsere Klassenkameraden auch nicht, da die Asylbewerber einen sehr freundlichen Eindruck machen würden.

Auf die Frage, ob sie dafür wären, dass noch mehr Flüchtlinge in unsere Klasse aufgenommen werden, waren alle eindeutig für nein. Sie fänden es weniger sinnvoll, dass die Asylbewerber in unserer Klasse unterrichtet werden, da diese sich weder am Unterricht beteiligen, noch Interesse zeigen würden. Das liege auch daran, dass ihre Sprachkenntnisse noch nicht so gut ausgeprägt sind und sie erst etwas davon hätten, in unserer Klasse unterrichtet zu werden, wenn sie besser Deutsch sprechen könnten und somit auch mehr verstehen würden.

Schlussendlich gibt es geteilte Meinungen, was Vorurteile gegenüber Flüchtlingen betrifft, jedoch ist es auf unserer Schule größtenteils so, dass sowohl die Flüchtlinge sich hier sehr wohl fühlen als auch die Schüler, die keinerlei Erfahrungen mit aus ihren Ländern vertriebenen Menschen haben. Geändert hat sich auf unserer Schule also rein gar nichts, bis auf die Tatsache, dass wir einige sehr freundliche und hilfsbereite neue Schüler aufgenommen haben.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 9c des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt.

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