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War früher wirklich alles besser?
War früher wirklich alles besser?
06.03.2017 - 11:17 Uhr
Von Jessica Lorenz, Larissa Dietrich, Melanie Buchta, Phu Nguyen und Stefan Khuc

"Du sitzt nur am Handy! Geh doch mal wieder raus! Früher war alles besser!" Wie oft hören Jugendliche diese Worte aus dem Munde ihrer Eltern. Die Tatsache, dass viele davon sportliche oder künstlerische Betätigungen pflegen, ist natürlich total irrelevant. Ist diese Generation wirklich von sozialen Netzwerken wie "Instagram" oder "Twitter" abhängig? Oder sind das nur reine Spekulationen?

Wenn man sich abends mit den Eltern zusammensetzt und darüber diskutiert, dass man nicht den ganzen Tag nur am Handy oder Computer sitzt, kommt man irgendwann auf das Thema Sport in der Freizeit zu sprechen, die laut ihnen zu kurz kommt. Sie brüsten sich mit Leistungen, die sie im Jugendalter vollbracht haben, wie zum Beispiel mit ihren musikalischen oder sportlichen Erfolgen, während man hauptsächlich nur daneben sitzt und (wenn auch widerwillig) zuhören muss.

Die eigenen Erfolge in der Schule oder im Verein werden zurückgestellt und man fragt sich für einen Moment, ob früher wirklich alles besser war? Doch wenn man die Freizeitaktivitäten des 20. und 21. Jahrhunderts vergleicht, hat sich die Einstellung der Jugendlichen deutlich verändert. Denn statt nach draußen zu gehen und Verstecken oder Ähnliches zu spielen, sitzen sie großteils in ihren Zimmern und sind in sozialen Netzwerken unterwegs. Während früher, unabhängig vom Wetter, Fußball gespielt wurde, laufen die Teenager heutzutage mit ihrer Freundesgruppe durch die Gegend und belästigen ältere Leute durch die laute Musik, die durch Musikboxen abgespielt werden.

Logisch, dass man deshalb nur über "die Jugend heutzutage" schimpfen kann. Geht man gedanklich ein paar Jahre zurück und schaut sich die Jugend an, die nicht so rebellisch war, wie die von heutzutage, so erkennt man die ersten Unterschiede. Es gab im Zeitraum 2000 bis 2010 keine besonders leistungsfähigen Smartphones, mit denen man überall im Netz surfen konnte. Stattdessen beschäftigten sich die Teenager mit Gameboys und Computern, dennoch ging man überwiegend mit seinen Freunden nach draußen und spielte auch Fußball. Deutlich höher war die Anzahl an sportlichen Betätigungen, wie beispielsweise Ballett, Judo, aber auch Instrumente spielten eine große Rolle.

Jeder dritte der befragten Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren, spielt ein Instrument, das er schon früher, das heißt im Alter von sechs bis acht Jahren, schon gespielt hat. Ebenso sinkt die Rate an sportlichen Aktivitäten der letzten zehn Jahre, wobei dies wieder bestreitbar ist, da so gut wie jeder zweite Teenager ins Fitnessstudio geht. Jüngere Heranwachsende behaupten jedoch, ständig mit Freunden rauszugehen, was ebenfalls bestreitbar ist, da man "mit Freunden rausgehen" nicht wirklich als Hobby zählen kann.

Also liebe Eltern, früher war nicht alles besser. Verurteilt uns nicht, nur für das, was ihr seht, denn wir machen durchaus mehr, als es scheint. Nur weil wir zu dem Zeitpunkt, wenn ihr zu Hause seid, nichts machen, heißt das noch lange nicht, dass wir gar nichts Sinnvolles machen.

Die Autoren besuchen die Klasse 9 b des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt.

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