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Könnten wir noch ohne Handy überleben?
Könnten wir noch ohne Handy überleben?
21.03.2017 - 11:21 Uhr
Esra Sagir, Sema Sagir und Claudia Steudel

Der gewohnte Tagesablauf von Jugendlichen beginnt, indem wir von unserem ach so tollen Handywecker aufgeweckt werden, das heißt, ohne Handy hätten wir schon längst verschlafen. Super Start in den Tag. Findet ihr das nicht auch? Der erste Griff wäre schon der falsche, nämlich der ins Leere, da das Handy nicht mehr da ist, wo es sein sollte, direkt neben dem Kopfkissen.

Auch die gewohnte Musik zum Wachwerden fehlt, das heißt, bis die Kraft gesammelt wurde aufzustehen, sind wir schon fast wieder eingeschlafen. Und schon wird das Fertigmachen zum Alptraum. Während des Frühstücks müssen wir uns ungewohnt aufs Essen konzentrieren beziehungsweise mal wieder mit der Familie reden, da uns ohne Smartphone die nötige Unterhaltung durch das Angucken von witzigen Katzenvideos auf Instagram verwehrt bleibt.

Jetzt ist der halbe Morgen schon mal geschafft. Kommen wir zum noch schwierigeren Teil, dem Schulweg beziehungsweise der Schule selbst. Normalerweise treffen wir uns mit einer Freundin oder einem Freund und laufen still schweigend nebeneinander her oder unterhalten uns über Social- Media-Beiträge und Neuheiten der Promiwelt.

Aber das fällt ja jetzt alles weg. Das heißt, wir grübeln im hintersten und dunkelsten Teil des Oberstübchens darüber, wie man einen erfolgreichen Smalltalk aufbaut. Und erfahren endlich den Namen des Freundes, mit dem wir schon ein halbes Leben lang befreundet sind. Was den Schulunterricht angeht: Kein Handy zu haben erweist sich als sehr hilfreich, weil wir endlich mal was vom Unterricht mitbekommen. Jetzt verblöden wir nicht komplett. In den großen Pausen läuft es ähnlich ab, denn nun können wir nicht mehr die Snaps der Freunde checken.

Komischerweise beginnen wir sofort mit den Hausaufgaben, wenn wir zuhause angekommen sind. Sogar die Vokabeln werden gelernt, weil die Ausreden fehlen, es nicht zu tun. Der lange Zeit unbenutzte Fernseher wird auch wieder eingeschaltet oder wir nehmen mal wieder das schon längst verstaubte Buch aus der hintersten Ecke in die Hand. Sogar mit Freunden treffen wir uns jetzt wieder öfter, um weiterhin soziale Kontakte zu pflegen, anstatt nur über das Handy mit ihnen zu kommunizieren.

Die abendliche Routine verläuft auch ganz ohne Handy. Vor allem im Bad sparen wir viel Zeit. Aus zehn Stunden werden plötzlich zehn Minuten. Dadurch können wir schon um 10 Uhr im Bett liegen und schlafen auch sofort ein, da uns nichts daran hindert.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 9c des Goethe-Gymnasiums in Gaggenau.

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