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Hilfeleistung - Kann man sich auf die Gesellschaft verlassen?
Hilfeleistung - Kann man sich auf die Gesellschaft verlassen?
21.03.2017 - 11:41 Uhr
Von Mariam Abboud, Kübra Karakaya und Vivien Woszek

Wir haben uns mit dem Thema "Hilfeleistung - Verlass auf die Gesellschaft?" beschäftigt, um zu wissen, ob man auf die Gesellschaft vertrauen kann oder nicht und wie weit man gehen würde. Dazu haben wir am Mittwoch, den 15.Februar 2017 um 13:30 Uhr in Gernsbach drei Personen aus verschiedenen Altersgruppen interviewt.

Wären Sie dazu fähig, einer Person in Not, die zum Beispiel belästigt wird, zu helfen?

A: "Ich hoffe schon, wenn ich nicht extrem Angst um meine Familie haben müsste. Wenn ich dabei selber so zu Schaden komme, hätte ich Angst, dass ich meine Familie nicht mehr ernährt kann."

B: "Ob ich fähig bin, weiß ich nicht, aber ich würde es auf jeden Fall versuchen. Es kommt darauf an, wie stark der Gegner wäre."

C: "Ja natürlich, weil ich das auch erwarten würde, wenn mir was passiert. Das ist menschlich."

Fazit: Man hat oft Angst um sein eigenes Leben. Allerdings möchte man in irgendeiner Weise helfen.

Wie weit würden Sie gehen?

A: "Wenn ich nicht Angst um mein eigenes Leben haben müsste. Wenn sie [die Angreifer Anm. Redaktion] zum Beispiel ein Messer oder eine Waffe haben, würde ich lieber Hilfe holen."

B: "Wenn ich Angst hätte, dass er mir gegenüber jemand handgreiflich werden würde, dann würde ich mir Hilfe holen. Aber ich würde schon versuchen, sie auseinander zu kriegen."

C: "Ich könnte auch schon handgreiflich werden, wenn es die Situation erlaubt."

Fazit: Man möchte in irgendeiner Form helfen, aber es kann auch zum Tod führen, zum Beispiel als das junge Mädchen Tugce A. im Jahr 2014 beim Helfen ums Leben kam, weil die Täter überreagierten.

Wären Sie selbst in so einer Situation, welche Hilfe würden Sie von der Gesellschaft erhoffen?

A: "Ich würde mir mindestens erhoffen, dass jemand Hilfe holt und nicht wegschaut."

B: "Ich würde mir das gleiche erhoffen, dass mir jemand hilft. Wäre es verbal, dann könnte man abwarten. Aber wenn Angreifer handgreiflich werden, würde ich mir Hilfe erhoffen."

C: "Dass eine Person auf sie zugeht (nicht das Leben riskieren), aber um das Leben kämpfen."

Fazit: Jeder erwartet Hilfe, daher sollte man auch selber helfen und Gegenleistung aufbringen, man könnte beispielsweise Verteidigungskurse oder Erste-Hilfe-Kurse besuchen.

Wenn Sie jemanden sehen würden, der im Rollstuhl sitzt und im Laden irgendwo nicht ran kommt, würden Sie helfen, auch wenn Sie in Eile wären?

A: "Haja klar, ich würde auf jeden Fall helfen, das macht man ja eigentlich auch. Aber ich hätte dann eher Angst, dass ihm zu viele helfen und er sich dadurch behindert fühlt, weil sie es oft alleine versuchen wollen."

B: "Ja, aber es könnte sein, dass man es nicht sieht, weil man es zu eilig hat, aber eigentlich schon."

C: "Ja! Direkt, ich kann das nicht richtig begründen, das macht man in meinen Augen einfach. Das zeigt auch, was für ein Mensch man ist."

Fazit: Obwohl alle der gleichen Meinung gegenüber Hilfe sind, gibt es verschiedene Ansichten, wie geholfen werden kann. Einige Vorschläge haben wir oben gemacht. Vielleicht noch eins: Beschäftigt Euch nicht nur mit Euch oder Euren Smartphones, sonst bekommt Ihr es nicht mit, wenn jemand Hilfe braucht und die Mitmenschlichkeit bleibt auf der Strecke.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 9a des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Gernsbach.

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