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Berufsbild Croupier - Arbeiten im Glücksspiel
Im Casino Baden-Baden (von links): Annika Urnauer, Teresa Jung und Jule Ernst mit Arno Ernst. Foto: Casino
28.03.2017 - 15:22 Uhr
Von Annika Urnauer, Teresa Jung und Jule Ernst

Wir, Schülerinnen vom Markgraf Ludwig-Gymnasium, haben uns außerhalb der Spielzeiten mit Saalchef Arno Ernst getroffen und bekamen eine Führung durch das Casino Baden-Baden. Anschließend führten wir ein Interview mit ihm.

Frage: Was für verschiedene Croupiertätigkeiten gibt es und was sind ihre Aufgaben?

Arno Ernst: Der Kartencroupier (Dealer) leitet das Spiel, er arbeitet prinzipiell alleine am Tisch, hat allerdings eine Aufsicht. Die Aufsicht beobachtet zum Beispiel, ob richtig ausbezahlt wird und ob die Regeln eingehalten werden. Der Croupier am Französisch Roulette sortiert die verlorenen Jetons, wechselt und platziert sie aus. Er wird auch Saladier genannt. Der Kopfcroupier sitzt am Ende des Tisches und platziert auch die Jetons für die Gäste aus. Der Drehcroupier am Französischen Roulette dreht die Kugel, leitet das Spiel, macht sämtliche Auszahlungen und wirft die Jetons zum Kopfcroupier, der ihm beim Platzieren behilflich ist. Der Croupier am American Roulette arbeitet alleine am Tisch und wird von einem Tischchef beaufsichtigt. Er übernimmt alle Aufgaben am Tisch. Die Jetons werden jedoch von einer Sortiermaschine sortiert.

Frage: Gibt es Vorrausetzungen für den Beruf?

Ernst: Vorrausetzungen sind ein makelloses Führungszeugnis, Mindestalter 18 Jahre, ausgezeichnete Fertigkeit im Kopfrechnen, hohe Fingerfertigkeit und schnelles Auffassungsvermögen, da die Spielfolge sehr schnell ist. Man muss offen sein und auf Gäste zugehen können. Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil.

Frage: Was trägt ein Croupier?

Ernst: Die Dienstkleidung bei männlichen Croupiers ist ein schwarzer Anzug, eine schwarze Fliege, schwarze Schuhe und ein weißes Hemd. Bei weiblichen Croupiers eine schwarze Hose oder ein schwarzer Rock und eine weiße Bluse mit einer schwarzen Brustweste.

Frage: Wie sieht der Arbeitsablauf aus?

Ernst: Der Croupier ist in der Regel an einem Abend in einem Spiel eingeteilt. Er beginnt mit der Tischeröffnung, bei der dann das Geld in ein Zahlbrett am Tisch einsortiert wird. Danach werden die Karten kontrolliert und auf Vollständigkeit geprüft. Dann werden die Karten ausgegeben, ausbezahlt und verlorene Sätze werden einkassiert.

Frage: Wie sind die Arbeitszeiten?

Ernst: Von 14 Uhr, 17 Uhr und 19.30 Uhr je sechs bis zehn Stunden mit 15-minütiger Pause für eine Arbeitsstunde, da die Konzentration nachlässt. Studentische Aushilfen arbeiten vorwiegend am Wochenende von 19.30 bis 3 Uhr, wenn sie unter der Woche arbeiten, dann von 19.30 bis 2 Uhr.

Frage: Was lernt man in einer Ausbildung?

Ernst: Man erlernt die verschiedenen Spielregeln und Abläufe. Auch ein Sozialkonzept gehört zur Ausbildung, dabei lernen die angehenden Croupiers, ein krankhaftes Spielverhalten möglichst zu erkennen.

Frage: Wie lange dauert eine Ausbildung und in was werden sie ausgebildet?

Ernst: Die Ausbildung eines American Roulette Croupiers dauert sechs Wochen. Nach einem halben Jahr nimmt er an einer zweiwöchigen Black Jack Schulung teil. Wiederum ein halbes Jahr später macht der Croupier eine Poker Schulung auch für zwei Wochen. Nach eineinhalb Jahren macht er eine Ausbildung zum Saladier und Kopfcroupier am Französischen Roulette und nach zwei Jahren zum Drehcroupier. Studenten wird eine Black Jack Schulung angeboten. Alles, was mit dem Spiel zu tun hat, wird ihnen auch in anderen Sprachen, also Französisch und Englisch, beigebracht. Nach neun Monaten können sie an einer Poker Schulung teilnehmen, die drei Wochen dauert. Nach zweijähriger Tätigkeit als studentische Aushilfe wird ihnen eine American Roulette Schulung angeboten. Jede Schulung wird mit einer praktischen Prüfung beendet.

Frage: Wo finden die Kurse statt?

Ernst: Jedes Jahr findet ein Kurs für studentische Aushilfen in der Nähe der Universität in Karlsruhe statt.

Frage: Wann findet die nächste Schulung statt?

Ernst: Die nächste Schulung findet Anfang Mai statt. Weitere Informationen findet man auf der Homepage des Casinos.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 9b des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums in Baden-Baden.

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