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Geheimnisse erfolgreicher und zufriedener Schüler
Geheimnisse erfolgreicher und zufriedener Schüler
07.04.2017 - 17:12 Uhr
Von Steffanie und Katrin Wotschel

In Finnland gehen Schüler gern zur Schule. Das hört sich bestimmt für einige seltsam an, entspricht jedoch der Wahrheit. Dagegen gehen Schüler aus Deutschland nur sehr ungern zur Schule und verlieren meist schon nach der zweiten Klasse ihre Euphorie. Es gilt: Je älter ein Kind wird, desto unzufriedener ist es mit der Schule. Nirgendwo ist die Schule unbeliebter als in Deutschland. Auch beim Notenvergleich schneidet Deutschland nicht gerade glänzend ab. Die deutsche Jugend ist meist geringer gebildet als die Eltern.

Woran liegt das und was machen die finnischen Schulen besser? Zum einen hat Finnland ein ganz anderes Schulsystem. Das heißt jedoch nicht, dass sie die besten Schüler der Welt haben. Dafür sind sie glücklicher, was den Eltern auch wichtiger erscheint. ,,Man muss die Schule mögen, dann kommt auch das Fachwissen. Das ist die Basis darauf baut sich alles auf", ist die Meinung der Finnen. Die allgemeine Devise lautet: ,,Wer glücklich ist, lernt besser."

Positive Lernatmosphäre

Emotionale Stabilität und eine positive Grundhaltung bilden die besten Voraussetzungen für eine positive Lernatmosphäre und verbessern das Lernklima in Schulklassen. Um das in der Praxis umzusetzen, haben finnischen Schulen kleine Veränderungen durchgeführt. ,,Keiner darf zurückbleiben" lautet das Motto. Auch behinderte Kinder besuchen mit anderen Kindern zusammen dieselbe Schule. Dadurch werden sie nicht abgesondert, sondern eingegliedert. Es bleibt auch fast so gut wie kein Schüler sitzen und es gibt keine Trennung. Richtige Noten bekommen die Finnen erst ab der siebten Klassenstufe. Folglich bleiben die Kinder bis zu neun Jahren zusammen, bis diejenigen, die gute Noten haben, das weiterführende Gymnasium besuchen können. Es wird auch viel Wert auf individuelle Betreuung der einzelnen Schüler gelegt. Wer bei etwas Probleme hat, bekommt viele persönliche Hilfestellungen. Es gibt auch die Möglichkeit, im Anschluss an den regulären Unterricht spezielle Nachhilfe zu nehmen, einzeln oder auch in größeren Gruppen. Im finnischen System haben auch Kinder aus ärmeren Familien bessere Chancen. Alle werden gleich und objektiv und nicht subjektiv behandelt.

Schüler duzen ihre Lehrer

Außerdem duzen die Schüler ihre Lehrer. Die Lehrer werden Jahr zu Jahr neu gewählt und müssen motiviert sein. Auch die Klassenräume sollen einen Wohlfühlfaktor besitzen. Sie haben meist eine inspirierende Architektur, eine Mensa, neue Technik und gemütliche Sitzmöglichkeiten. Wichtige Themen werden jede Woche in der Klasse besprochen. Die Schüler bekommen jeden Tag Zettel mit, auf denen Fragen stehen, wie es dem Kind geht, ob es Probleme hat, unter Mobbing leidet etc.

Was davon könnte man an deutschen Schulen umsetzen? Am Wichtigsten ist es, dass die Schüler wieder gern und mit vollem Elan zur Schule gehen. Man könnte beispielsweise die Anzahl an Schülern in einer Klasse reduzieren, denn bei uns sind die Klassen oft sehr groß, so dass die Lehrer nicht wirklich auf einzelne Schüler und ihre Talente oder ihre Schwierigkeiten eingehen können. Außerdem sollten die Schüler mehr objektiv benotet werden. In den meisten Ländern sind Schüler aus reichen und gebildeten Familien noch immer stark im Vorteil. Viele werden auch nach ihrem Charakter bewertet. Auch das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern sollte gebessert werden. Man könnte sich zum Beispiel wie in Finnland duzen anstatt sich zu siezen. Auch die Lehrer sollten Spaß an ihrem Beruf haben, denn wie sollen Schüler gern zur Schule gehen, wenn beim Betreten des Gebäudes schon die Lehrer stöhnen? Dabei könnte der Einjahresvertrag der Lehrer, der jedes Jahr in Kraft tritt, nützlich sein. Ein großes Problem stellt auch Mobbing dar. Besprechungen in der Klasse und Fragebögen könnten ein wichtiger Schritt zur Besserung leisten. Der Leistungsdruck sollte auch nicht so groß sein, denn das macht nicht unbedingt glücklichere Schüler.

Stühle mit Kissen zum Wohlfühlen

Die Idee mit der Lernhilfe j für jeden Einzelnen, der Hilfe durch einen Lehrer benötigt, wäre eine gute Sache. Ein wichtiger Kritikpunkt an deutschen Schulen beinhaltet meist auch der Zustand der Klassenräume. Man könnte die Wände in einer angenehmen Farbe streichen, die Stühle mit weichen Kissen ausstatten und die Technik auf den neuesten Stand bringen. Dadurch fühlen sich die Schüler gleich viel vertrauter mit ihrer Umgebung, da es sie ein wenig an zu Hause erinnert. Somit werden die Schüler ruhiger und sind motivierter beim Lernen.

Mit diesen Vorschlägen wird der Schulbesuch interessanter. Man lernt ja für das Leben und nicht für die Schule.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 8e des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt.

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