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Frauenpower statt Kaffeekränzchen
U-16-Mädels des KSC. Foto: KSC
11.04.2017 - 16:38 Uhr
Von Paula Geiser

Karlsruhe - 1955 verbot der DFB das Fußballspielen mit Frauenmannschaften. "Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand", war eine Begründung. 1970 hob der DFB das Frauenfußballverbot wieder auf. 1989 gewann die deutsche Nationalmannschaft der Frauen erstmals die Europameisterschaft. Als Siegprämie bekam jede Nationalspielerin ein Kaffeeservice. 2007 gab es für den Weltmeistertitel pro Spielerin eine Prämie von 50000 Euro.

Das Interesse am Frauenfußball wächst, trotzdem hat auch heute ein Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga durchschnittlich weniger als 2000 Zuschauer; im Vergleich dazu sind es bei Männern mehrere zehntausend. Grundlage im Kampf um weitere Anerkennung ist die sportliche Entwicklung mit deutlich verbesserter Technik der Spielerinnen, gesteigerter Athletik und stärkeren Torhüterinnen als früher.

Hierfür kämpfen auch die KSC-U-16-Juniorinnen. Sie spielen in der Saison 2016/17 gegen Jungs und können sich sehr gut behaupten. In der Tabelle spielen sie vorne mit. Das erfordert natürlich anspruchsvolles Training. Dreimal die Woche trainieren die Mädchen und am Wochenende stehen Spiele an. Hinzu kommen weite Anreisewege, die Mädchen wohnen bis zu 40 Kilometer vom Wildpark entfernt. Die Frage ob Schule und die Zeit für Freunde darunter leiden, verneinen die Vollblutfußballerinnen, sie haben noch genug Zeit um ihre Kontakte zu pflegen und anderen Hobbys nachzugehen. Die Schule allerdings stört manchmal den Terminplan.

Für den Trainer ist es noch zeitaufwendiger: Wöchentlich ca. 8,5 Stunden Trainingsvorbereitung und Nachbereitung, Training und Spiele - rund 12 Stunden. Dazu kommen noch Pokalspiele und Freundschaftsspiele, so KSC U-16-Trainer Torsten Karpe.

Wie unterscheiden sich die Wildparkmädels von anderen Mannschaften?

"Wir trainieren und spielen leistungsorientiert. Ihr seid alles ausgesuchte Spielerinnen. Kein Breitensport, sondern Leistungssport", sagt Karpe zu seinen Spielerinnen. Auf die Frage, was Frauenfußball von dem der Männer unterscheidet, antwortet er: "Jungs sind ab einem bestimmten Alter, etwa ab der C Jugend, schneller und kräftiger. Mädels sorgfältiger, gewissenhafter und eifriger."

Auf die letzte Frage, wieso er so viel Zeit in die Mannschaft investiert, antwortet Karpe: "Es macht mir sehr viel Spaß mit euch, ich bin gerne Trainer. Außerdem möchte ich euch weiterbringen für höhere Aufgaben, zum Beispiel die U17."

Die diesjährigen U-17-Juniorinnen des Karlsruher Sportclubs spielen in der Oberliga, ein Aufstieg in die Bundesliga würde für die U-16-Juniorinnen bedeuten, in der Oberliga mitspielen zu können. Dort hätte man ebenfalls die Chance, sich für die Bundesliga zu qualifizieren.

Doch bis dahin bleibt noch viel Zeit um weiter an sich zu arbeiten, noch besser zu werden und vor allem um viel Spaß beim Fußball und mit der Mannschaft zu haben.

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