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Fastenzeit als Einstieg zum gesünderen Leben
Fastenzeit als Einstieg zum gesünderen Leben
25.04.2017 - 10:49 Uhr
Von Hendrik von Falkenhayn

und Chiara Kerbe

Baden-Baden - Rund 35 Kilogramm Zucker isst der Deutsche jährlich. Diese beträchtliche Menge ist nicht nur das Produkt aus Gummibärchen, Schokolade und Co., sondern auch aus Backwaren, Brotaufstrichen, Softdrinks und Milchprodukten, wie zum Beispiel Fruchtjoghurt. Doch was macht der viele Zucker mit unserem Körper und warum haben so viele Menschen das Verlangen Zucker zu sich zu nehmen? Und am wichtigsten: Wie kommt man von dem Verlangen nach Zucker weg?

Zucker ist nicht gleich Zucker, es gibt ganz verschiedene Arten von Zucker, doch alle haben Auswirkungen auf den Körper, wenn dieser in zu großen Mengen eingenommen wird. Dazu zählen Herzprobleme, Müdigkeit, Konzentrationsschwächen, Haarausfall, Depressionen und vieles mehr.

Dass Zucker ungesund ist, ist jedoch nichts Neues und viele Menschen sind sich der Gefahr von Zucker bewusst, doch wieso leben wir trotzdem in einer Welt, in der Zuckerkonsum so hoch ist?

Klar! Zucker ist auch einfach lecker, doch es gibt noch andere Gründe die Zucker so beliebt machen. Einer davon ist, dass das Gehirn, wenn wir Zucker essen, das Hormon Dopamin ausschüttet, welches unserem Körper signalisiert, dass Zucker gut für ihn ist. Dies ist evolutionär bedingt. Im Menschen ist Süßes als wichtiges Nahrungsmittel gespeichert, da Obst früher eine viel entscheidendere Rolle gespielt hat.

Ein weiterer Grund für den hohen Zuckerkonsum unserer Gesellschaft ist, dass viele Menschen schlecht oder nur sehr oberflächlich informiert sind. Etwa die Hälfte unseres täglichen Zuckerkonsums nehmen wir unbewusst zu uns, denn wir bringen einige Lebensmittel nicht mit Zucker in Verbindung, welche jedoch sehr viel Zucker enthalten, dazu zählen zum Beispiel viele Fertigprodukte und Trockenfrüchte.

Ein weiterer Grund für den extrem hohen Zuckerkonsum sind die Hersteller, welche probieren den Zucker in Produkten zu tarnen, indem sie zum Beispiel die verschiedenen Zuckersorten, die in einem Produkt beinhaltet sind, getrennt auflisten. Dies ermöglicht es, dass der Zucker als Inhaltsstoff nicht mehr ganz oben auf der Zutatenauflistung stehen muss.

Ein Blick in die Supermarktregale genügt, um festzustellen, dass in vielen Produkten, die Zucker enthalten, dieser nicht immer als Zucker gekennzeichnet ist, sondern auch als Saccharose, Dextrose, Raffinose, Glukose, Fructose oder Fructose-Glukose-Sirup.

Eine weitere Strategie der Hersteller ist es, Produkte als natürlich und gesund zu verkaufen, obwohl diese vielleicht überhaupt nichts mit Natur und gesunder Ernährung zu tun haben.

Wenn wir Zucker essen, wird unser Belohnungssystem im Gehirn aktiviert, es befriedigt also unseren Körper - so scheint es. Deshalb kann Zucker zu einem Suchtverhalten führen. Es ist schwer ganz auf Zucker zu verzichten, wichtig ist es jedoch sich bewusst zu sein, dass Zucker schädlich ist und die von der Weltgesundheitsorganisation gegebenen Werte, welche 50 bis 60 Gramm Zucker am Tag erlauben, nicht zu überschreiten. Noch besser für den Körper ist es jedoch ganz auf Zucker zu verzichten, da jedes weitere Gramm Zucker unnötig ist.

Natürlich ist damit nicht Obst gemeint, da Fructose, wie sie in Obst vorkommt, nicht schädlich ist. Dass der Körper eine gewisse Menge Zucker am Tag braucht, ist unumstritten, jedoch kann er den Zucker, den er braucht, selbst herstellen, zum Beispiel aus Kartoffeln und Getreide.

Dennoch die Frage: Wie kann man sein Verlangen nach Zucker bekämpfen?

Um unsere Ernährung langfristig umzustellen, brauchen wir Alternativen zum Zucker, da die wenigsten von uns auf süßes Essen verzichten wollen. Leider gibt es nicht viele gute Alternativen zu Zucker, sinnvoll ist es jedoch den Haushaltszucker durch Honig zu ersetzen, da dieser schon in geringer Menge genügend süßt. Wenn wir eine Zeit lang keinen Zucker essen - oder nur sehr wenig - treten andere Aromen in den Vordergrund. Das Verlangen nach Zucker wird immer schwächer und irgendwann schmecken uns übersüßte Produkte überhaupt nicht mehr gut, denn wir lernen andere Aromen zu schmecken - ohne den Zucker, der alles übertönt. Eine Fastenzeit, in der man auf Zucker verzichtet, ist also der perfekte Einstieg in ein gesünderes Leben.

Die Verfasser gehen auf das Markgraf-Ludwig-Gymnasium, Klasse 9a.

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