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Vier Wochenstunden mehr
20.03.2018 - 11:43 Uhr
Von Wera Keller und Inola Mitzel

Baden-Baden - Das Markgraf-Ludwig-Gymnasium in Baden-Baden ist bereits über 125 Jahre alt. Darum hat diese Schule die verschiedenen Schulsysteme G8 und G9 miterlebt. Roland Reiner war als Direktor zur Zeit der Umstellung von G8 auf G9 dabei. Daher kennt er die spezifischen Unterschiede der beiden Schulsysteme.

In einem Interview gab er Auskunft zu den beiden Schulformen. Als einen der größten Unterschiede nannte er die Anzahl der Wochenstunden. Bei G8 sind es 36 Unterrichtsstunden pro Woche, wohingegen die Anzahl bei G9 auf 32 gesunken ist. Das bedeutet für die G-9-Schüler, dass sie bis zur elften Klasse maximal nur einen Nachmittag in der Woche Unterricht haben. Im Gegensatz dazu haben die G-8-Schüler drei Nachmittage Unterricht.

Zwischen 2012 und 2015 wurde G8 deutschlandweit in fast allen Bundesländern eingeführt. Reiner berichtete, dass das größte Argument hierfür die Aussage war, dass deutsche Studenten im Schnitt ein bis zwei Jahre älter als die Konkurrenz aus anderen Ländern sind. Ein weiteres unausgesprochenes Argument sei, dass der Wechsel auch Kosten sparen würde. Dadurch könnten Arbeitsstunden und Geld für Bücher eingespart werden, erklärte Reiner.

Die Eltern kritisierten das neue Schulsystem von Anfang an, da die Schüler durch den Anstieg der Wochenstunden unter hohem Druck standen. Durch die gestiegene Anzahl der Wochenstunden blieb den Kindern weniger Freizeit und somit weniger Zeit für Hobbys. Daraus folgte, dass nach einiger Zeit in vielen Bundesländern manche Schulen wieder auf G9 umstellen wollten.

In Baden-Württemberg zum Beispiel wurden in einem Jahr 22Schulen umgestellt. In dem darauffolgenden Jahr noch mal 22. Reiner erklärte, dass sich bei dieser Umstellung nichts in den Kursstufen oder im Abitur geändert hat, das bedeutet das die Kursstufe weiterhin aus zwei Schuljahren besteht. Der Unterschied zwischen G8 und G9 liege lediglich darin, dass bei G8 das zusätzliche elfte Schuljahr, das es bei G9 gibt, auf die Schuljahre davor verteilt wird.

Abschließend sagte Direktor Reiner, dass G8 durchaus machbar sei, aber der Lehrstoff von neun Schuljahren im Gymnasium in acht Schuljahren gelernt werden muss. Dies sei natürlich mit mehr Wochenstunden und somit mit mehr Lernaufwand in kürzerer Zeit verbunden.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 9b des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums.

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