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Das schöne Gefühl zu fliegen
Hochspringerin mit dem Drang nach ganz oben: Marie-Laurence Jungfleisch.  Foto: av / dpa
22.03.2018 - 11:35 Uhr
Von Hanna Altmann

Gaggenau - Mit elf Jahren ist Marie-Laurence Jungfleisch dank den Bundesjugendspielen an ihrer Schule zur Leichtathletik gekommen. Schon damals erweckte sie Aufmerksamkeit mit ihrem Talent in Sprint und Sprung. Die gebürtige Pariserin probierte viele Disziplinen wie Sprint, Weitsprung oder Kugelstoßen aus. Doch eine bereitete ihr besonders Freude: Hochsprung.

"Irgendwann kam der Hochsprung und ich hatte dabei Mega-Spaß, vor allem weil ich da auch besonders gut war", schwärmt Marie-Laurence Jungfleisch. Mit 15 Jahren konzentrierte sie sich schließlich beim TV St. Georgen komplett auf den Hochsprung.

Doch auch für sie war es nicht immer einfach. Als sie 19 war, zog ihr damaliger Trainer nach Afrika. "Ich musste mich entscheiden, ob ich nach Stuttgart ziehe oder aufhöre", erklärt sie. Doch Aufhören war für sie keine Option. Sie ging nach Stuttgart, wo sie bis heute trainiert. 2015 wechselte sie von der Leichtathletik-Vereinigung Tübingen zu ihrem derzeitigen Verein VfB Stuttgart. Außerdem sicherte sie sich trotz des fünfmaligen Trainings in der Woche ein berufliches Standbein und absolvierte eine Ausbildung zur Erzieherin.

Auf so einem hohen Niveau muss die Sportsoldatin jedoch bei einigen Dingen kürzertreten. "Ich darf leider nicht alles essen und kann meine Familie nicht regelmäßig sehen, so wie ich es möchte", beschreibt sie, "feiern gehen ist natürlich auch eingeschränkt." Durch die vielen Trainingseinheiten und Wettkämpfe an den Wochenenden bleibt ihr wenig Zeit für andere Aktivitäten.

In jungen Jahren steckte sich Marie-Laurence Jungfleisch noch keine so hohen Ziele wie die Teilnahme an Weltmeisterschaften. "Ich blieb ganz locker und machte mir keinen zu großen Druck." Doch das änderte sich - wegen ihres Gewichts. "Mein alter Trainer meinte, wenn du nicht abnimmst, dann wirst du nicht bei den deutschen Meisterschaften teilnehmen können", erzählt sie, "das war natürlich nicht sehr förderlich." Doch sie motivierte sich neu.

Schlussendlich hat sich all die Askese ausgezahlt und die 27-Jährige hat schon einige nationale und internationale Erfolge gefeiert. So wurde sie am 18. Februar zum sechsten Mal deutsche Hallenmeisterin im Hochsprung. 2016 wurde sie bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Siebte und bei den Weltmeisterschaften 2017 in London konnte sie sich über den vierten Platz freuen. Unter anderem überquerte sie schon zweimal die magische Zwei-Meter-Marke.

Bis heute begeistert sich Jungfleisch für Leichtathletik und ihre Disziplin - mit ästhetischer Bewegung, der Kombination von Lauf und Sprung und dem Gefühl zu fliegen. Nach all diesen Erfolgen stellt sich die Frage: Wird Marie-Laurence Jungfleisch eine Medaillen-Kandidatin bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin diesen Sommer sein? Auf jeden Fall bereitet sie sich akribisch auf diesen Höhepunkt der anstehenden Freiluftsaison vor.

Die Autorin besucht die Klasse 9a am Goethe-Gymnasium in Gaggenau.

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