http://www.initiative-wertvolle-zukunft.org/wvz2016/erbschaft/
Formel geht nicht auf
Formel geht nicht auf
22.03.2018 - 11:51 Uhr
Von Pauline Gauglitz

Bühl - Generell haben Videospiele ein schlechtes Image, gegen das viele Gamer kämpfen müssen. Doch meistens können diese Vorwürfe widerlegt werden, sobald man sich etwas mit dem Thema auseinandersetzt.

Da immer mehr Leute ihre Zeit mit Computerspielen verbringen, wird das Thema immer populärer. Simone Kühn, eine Entwicklungspsychologin aus Deutschland, machte 2014 eine Studie mit zwei Menschengruppen. Über einem Zeitraum von zwei Monaten war es der ersten Gruppe verboten, jegliche Computerspiele zu spielen. Die zweite Gruppe musste pro Tag jeweils 30 Minuten "Super Mario 64" spielen.

Das Ergebnis zeigte, dass die zweite Gruppe eine bessere Motorik, eine ausgeprägtere Problemlösungsfähigkeit und eine bessere Orientierung in dreidimensionalen Räumen aufwies. Allgemein hatte dieser Versuch einen positiven Effekt auf das Gehirnwachstum.

Eine Langzeitstudie in Großbritannien ergab, dass ab einem Alter von fünf Jahren sich Videospiele nicht negativ auf die Psyche und das Verhalten auswirken. Solche Auswirkungen, die oft fälschlicherweise den Videospielen zugeschrieben werden, lassen sich dagegen jedoch bei häufigem Fernsehkonsum verzeichnen.

Wissenschaftler empfehlen hier als ein gesundes Mittelmaß rund neun Stunden Videospielzeit pro Woche. Strategie- und Rollenspiele fördern dazu noch das logische Denkvermögen und die Problemlösungsfähigkeit.

Doch es sind nicht nur Videospiele im Allgemeinen, die von der Gesellschaft angefeindet werden. Meist stehen vor allem Ego-Shooter wie "Call of Duty", "Counter Strike" und "Grand Theft Auto" im Vordergrund.

Nach Amokläufen wie 2002 in Erfurt oder 2009 in Winnenden wird immer wieder diskutiert, ob es einen Zusammenhang mit dem Konsum sogenannter Ego-Shooter gibt. Auch nach dem Anschlag von München 2016 berichtete die Polizei, dass der Amokläufer sich "wie in einem Computerspiel bewegte" und zuvor das Ego-Shooter-Spiel "Counter Strike" gespielt habe.

Experten sehen jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen Spielern von Ego-Shootern und Amokläufern.

Der Chef des Computerspielmuseums in Berlin, Andreas Lange, sagte dazu, dass "Gamer sehr wohl zwischen Spiel und Realität unterscheiden können. Es ist schließlich etwas anderes, ob ich eine Maus bewege oder tatsächlich eine Pistole in der Hand halte."

Experten und Studien schätzen den Einfluss von brutalen Spielen auf die Gewaltbereitschaft der meisten Jugendlichen als gering beziehungsweise nicht existent ein.

Damit scheint die Formel Ego-Shooter-Spieler = potenzieller Amokläufer nicht aufzugehen.

Die Autorin besucht die Klasse 9d des Bühler Windeck-Gymnasiums

BeiträgeBeitrag schreiben 
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich in letzter Sekunde die Chance aufs Achtelfinale bei der WM gewahrt. Wie haben Sie das aufregende Spiel erlebt?

Ich habe etwas mitgefiebert.
Ich habe mich sehr aufgeregt.
Ich habe das Spiel nicht gesehen.
Fußball lässt mich immer kalt.


www.los-rastatt.de
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz