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Assistenten halten Pkw in der Spur
Assistenten halten Pkw in der Spur
03.04.2018 - 11:19 Uhr
Von Simon Müßig

und Jascha Fritz

Bühl - Es gibt immer mehr neuartige Technologien in Autos, wie beispielsweise den Spurhalterassistenten, den Abstandsregler oder den Fußgängerbremsassistenten. Diese sollen dem Autofahrer helfen, entspannter und sicherer zu fahren. Da stellt sich natürlich die Frage, ob diese Assistenten weit genug ausgereift sind, um das autonome Fahren zu ermöglichen und ob man sich darauf verlassen kann.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es mit den bereits vorhandenen Technologien noch nicht möglich, ein solches Auto herzustellen, das die Sicherheitsvorkehrrungen erfüllt. Porsche verbessert seine Prototypen von Jahr zu Jahr. Ein Experte des Unternehmens meint, sie seien schon auf Stufe zwei von fünf geplanten Stufen bis zum selbstfahrenden Auto.

Über die Gefahren, aber auch die Vorteile der jetzt schon vorhandenen Fahrassistenten haben Simon Müßig und Jascha Fritz, Schüler der Klasse 8a des Windeck-Gymnasiums, mit Hermann Stappen, Porsche-Pressesprecher Technikkommunikation, und dem Abteilungschef der Entwicklungsabteilung bei Porsche in Stuttgart, Albrecht Böttinger, gesprochen. In diesem Interview wird besonders auf den Spurhalteassistenten sowie den Bremsassistenten, den Fußgängererkennungsassistenten beziehungsweise das Autoradar, das mit einer Kamera unter dem Nummernschild funktioniert, Bezug genommen.

BT: Gibt es spezielle Funktionen, die wirklich beim Fahren helfen, oder sind das nur Komfort-Gadgets?

Albrecht Böttinger: Die Entwickler sind ganz sicher, dass diese Funktionen sehr helfen. Sie schaffen Entlastung für den Fahrer und helfen ihm, das Auto von innen und außen zu sehen. Der Fahrer ermüdet durch diese Funktionen langsamer.

BT: Könnte man mit den jetzt schon vorhandenen Technologien theoretisch ein komplett selbstfahrendes Auto bauen?

Böttinger: Ja, aber alle Sensoren müssten wie im Flugzeug mehrfach vorhanden sein, um im Notfall die Sicherheit zu garantieren.

BT: Können wir den Technologien auch vertrauen, wenn die Straßen schlechter gebaut sind - wenn es keinen oder nur teilweise Seitenstreifen gibt?

Böttinger: Ja, das kann man. Wobei es immer so sein wird, dass die Sensoren zuverlässig sehen müssen. Das heißt, in dem Moment, in dem die Sensoren melden, und das gilt auch bei Verschmutzung, "ich kann die Situation nicht mehr eindeutig erkennen", muss dem Fahrer die Aufgabe wieder übergeben werden. Dann kann das Fahrzeug nicht mehr allein weiterfahren beziehungsweise bei einem Taxi, das gar keinen Fahrer mehr hat, muss es dann im schlimmsten Fall stehenbleiben.

BT: Funktioniert der Spurhalteassistent auch bei gelben Seitenstreifen, wie zu Beispiel in Frankreich?

Böttinger: Ja, es ist ja auch in Deutschland so, dass die Baustellen auf Autobahnen gelbe Markierungen haben. Es ist tatsächlich auch möglich, mit den Kameras gelbe von weißen Markierungen zu unterscheiden - dadurch, dass man die Farbempfindlichkeit in den Pixeln umgesetzt hat.

BT: Ist es wirklich sinnvoll, solche Technologien in allen Autos zu verbauen oder nur in Lkw, die über lange Zeit und auch nachts auf der Autobahn fahren?

Böttinger: Wir glauben, dass ist in allen Autos sinnvoll. Die Fahrer werden entlastet, aber ein besonderer Sicherheitsgewinn ist es natürlich bei solchen Fahrzeugen, die ständig bewegt werden, wie bei Lkw.

BT: Kann man den Fußgängererkennungsassistenten deaktivieren, wenn sich einfach jemand auf die Straße stellt und so verhindert, dass man seinen Weg fortsetzt?

Böttinger: Ja, man kann grundsätzlich den Fußgängererkennungsassistenten nach der Bremsung deaktivieren.

BT: Wie viele Kameras werden für den Spurhalteassistenten oder den Bremsassistenten benötigt?

Böttinger: Eine hinter dem Innenspiegel.

BT: Rechnet der Bremsassistent auch den Bremsweg der jeweiligen Geschwindigkeit mit ein?

Böttinger: Ja, es ist eine elementare Grundlage für die Bremsung, da der Assistent ja wissen muss, wie stark er zu bremsen hat, um rechtzeitig vor dem Hindernis zum Stopp zu kommen.

Die Autoren besuchen die Klasse 8a des Bühler Windeck-Gymnasiums

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