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Von sinnlos bis ungesund
Von sinnlos bis ungesund
03.04.2018 - 11:20 Uhr
Von Evelyn Bentz

Bühl - Heutzutage versuchen Teenager, bei jedem Trend mitzumachen. Ständig verlangen sie neue Produkte, um nicht als "uncool" angesehen zu werden. Doch manche Trends haben längst nichts mehr mit Coolness zu tun. Viele sind einfach nur unvernünftig oder sogar ungesund.

Dicke Jacke, Schal und Mütze, dazu hochgekrempelte Jeans und nackte Knöchel in leichten Sneakern - eigentlich eine absurde Kombi mit Frostbeulen-Alarm. Doch dieses Bild ist auf den Straßen oft zu finden. "Flanking" nennt sich der Trend, der einen auch bei Minusgraden stylisch aussehen lassen soll. Man kann darüber streiten, ob dieser Trend wirklich so gesund ist, wie viele Internetseiten angeben. Diese Modeerscheinung soll das Immunsystem stärken. Eine ähnliche Begründung gibt ein anderer Trend namens "Winterbaden", bei dem man in freien Gewässern bei Wassertemperaturen nahe des Gefrierpunkts schwimmt. Experten sagen jedoch, dass dieser Trend lediglich das Immunsystem unter Stress setzt und man nur anfälliger für Erkältungen oder Blasenentzündungen wird.

Das Gegenteil des "Flankings" ist einerseits, im Winter besonders dicke Daunen- und Steppjacken zu tragen, und andererseits, XXL-Pullis mit Baggy Pants zu kombinieren.

Mit Mode hat diese Kombination nicht mehr viel zu tun, außer, dass es sehr komisch wirkt, wenn man untenherum sehr sommerlich und obenherum sehr winterlich gekleidet ist.

Ebenfalls verwunderlich ist der "All Jeans"-Trend, bei dem man sich, wie der Name schon sagt, nur mit Jeans-Kleidungsstücken anzieht. Dieser Modestil wirkt lediglich eintönig und langweilig.

Es gibt aber nicht nur Modelooks, die lächerlich sind, es gibt auch Trends, die nicht jeder praktisch und sinnvoll findet, wie zum Beispiel den "Fidget Spinner." Im Gegensatz zu dem, was Hersteller behaupten, helfen die Handkreisel eben nicht bei Nervosität oder Stress, sondern verschlimmern diesen Zustand eher noch. Fidget Spinner werden zudem billig produziert und bestehen aus umweltschädlichem Plastik. Außerdem flachen die Spannung und der Spaß schon nach kurzem Gebrauch schnell ab.

Das SmartHome wird immer beliebter, und künstliche Intelligenz ist durchaus praktisch. Mit Amazons virtueller Assistentin Alexa kann man seine Heizung regeln, To-Do-Listen anlegen, Essen oder einen neuen Duschvorhang bestellen. Einfach, indem man mit dem Gerät spricht. Von diesem "Trend" wird abgeraten, weil Alexa, Google Home, Apple HomeKit und Co. permanent im Standby-Modus sein müssen, damit sie funktionieren. Das Schlimmste daran aber ist, dass diese Geräte Daten ohne Ende sammeln. Man kann also sagen, dass man sich für 200 Euro freiwillig eine Abhörwanze in die Wohnung holt, die einen belauscht und unser Verhalten auswertet, abbildet und Nutzerprofile über uns erstellt.

Ein ebenfalls unnötiges, technisches "Gadget" ist die Smartwatch. Sie ist eine Armbanduhr, die statt eines Ziffernblatts einen Minibildschirm hat. Auf diesem kann man Nachrichten, das Wetter oder Kalendereinträge checken, ohne sein Smartphone auch nur einmal aus der Hosentasche ziehen zu müssen. Smartwatches sind via Bluetooth verbunden, messen zudem den Puls des Trägers und zählen, wie viele Schritte er geht oder wie viele Stunden er geschlafen hat. Die Smartwatch bietet deshalb keinen Mehrwert, da ihr Akku maximal zwei Tage hält und das Smartphone immer in der Nähe der Uhr sein muss, damit sie funktioniert. Keine praktische Alternative, sondern einfach ein weiteres Gerät, das aufwendig produziert wurde, um bald wieder auf dem Müll zu landen.

Aber nicht nur Gegenstände können ein Trend werden, Wissenschaftler reden auch von einem "Unverträglichkeits-Trend". Dies bestätigt eine Umfrage, die das Marktforschungsinstitut "Ears and Eyes" im Auftrag von Spiegel Online 2014 durchgeführt hat. Hier gaben 23 Prozent der Deutschen an, sie meiden ein Lebensmittel, einfach nur, weil sie glauben, es nicht zu vertragen. Allein beim Einkaufen im kleinsten Supermarkt um die Ecke findet man zu fast jedem Produkt etliche laktose- beziehungsweise glutenfreie Alternativen. Tatsächlich diagnostizieren Ärzte bei gerade mal einem Prozent der Deutschen eine Glutenunverträglichkeit, bei etwa 20 Prozent eine Laktoseintoleranz und noch weniger Menschen leiden an einer diagnostizierten Fruktoseintoleranz. Das ist ein Problem, weil durch diesen Trend Menschen, die tatsächlich an einer Unverträglichkeit leiden, immer weniger ernst genommen werden.

Seit etwa einem Jahr sind Einhörner in den sozialen Medien und in Spielzeugläden deutlich vertreten. Sogar Lebensmittel werden mit den Fabelwesen beworben.

Ein Trend, den wir nicht mitmachen sollten, weil er zu wahllosem Konsum anregt: Egal, auf welches Produkt ein Einhorn gedruckt ist, es wird gekauft. Das fängt bei Einhorn-Kuscheltieren, -Federmäppchen und -Bettwäsche an, geht über Einhorn-Duschbäder und Einhorn-Smoothies, bis hin zur Einhorn-Schokolade.

Man muss nicht jeden Trend mitmachen, von dem man etwas sieht und hört, denn nicht jeder Trend ist gesund oder wirklich hilfreich. Bei Modetrends gilt: Nicht alles, was modern ist, muss man selbst auch schön finden und tragen.

Die Autorin besucht die Klasse 8a des Bühler Windeck-Gymnasiums

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