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Fledermäuse - wichtiger als gedacht
Fledermäuse - wichtiger als gedacht
09.04.2018 - 11:46 Uhr
Von Ivan Dilber und Johannes Schwägerl

Die 42-jährige Biologie-Lehrerein Ulrike Anja Schweiger arbeitet am Markgraf-Ludwig-Gymnasium und berichtet im Interview mit Ivan Dilber und Johannes Schwägerl aus der Klasse 9 c der Schule über ihre Forschungen mit Fledermäusen.

BT: Frau Schweiger, was hat Sie dazu bewogen, Fledermäuse genauer zu erforschen?

Ulrike Anja Schweiger: Mich faszinieren die Tiere, weil es Schattenwesen der Nacht sind und man sie kaum sieht. Zudem sind sie geheimnisvoll. So hat das Interesse begonnen.

BT: Was fasziniert Sie an den Fledermäusen?

Schweiger: Es sind besondere Säugetiere mit vielen Eigenschaften, welche andere Tiere nicht haben. Fledermäuse sind fliegende Säugetiere, sie haben viele Anpassungen an ihre Umwelt, zum Beispiel im tropischen Regenwald. Es gibt nichts, was es nicht gibt, zum Beispiel in den Paarungssystemen und in der Habitat-Wahl. Hiesige Arten sind für die Landwirtschaft sehr wichtig, da sie sehr viele Insekten vertilgen. Sie erfüllen also eine immens wichtige Funktion in der Nacht, vergleichsweise mit der Funktion der Vögel am Tag. Dies ist vielen nicht bekannt. Das fasziniert mich an diesen Tieren.

BT: Bei welchen Projekten zur Erforschung der Fledermaus haben Sie bisher teilgenommen?

Schweiger: Ich habe meine Abschlussarbeit nach dem Studium der Biologie in Panama geschrieben. Ich war aber auch in Barro, Colorado Island, und habe dort mit internationalen Forscherteams meine Abschlussarbeit geschrieben. Dann war ich im Sabbatical, also meinem Sabbat-Jahr mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft, bei der die Universitäten Würzburg und Ulm zusammenarbeiten, unterwegs. In Tansania habe ich mit diesem Team auf 2000 Metern Höhe im am Kilimandscharo angrenzenden Nationalpark auf einer Forschungsstation mit Flughunden gearbeitet.

BT: Was genau wurde bei den Projekten gemacht?

Schweiger: Im ersten Fall, also in meiner Abschlussarbeit, ging es um das Sozialverhalten von Tieren. Thema war, das Sozialverhalten am Nachthangplatz zu erforschen. Die Tiere kommen zum Nachthangplatz, fressen dort und treffen dort auf Artgenossen oder auch auf fremde Tiere. Das machen sie in der Nacht, weil sie ja nachtaktiv sind. Die Frage war eben, was sonst noch an sozialen Interaktionen in der Nacht passiert. Bei der Arbeit in Tansania mit beziehungsweise für die Deutsche Forschungsgesellschaft habe ich Grundlagenforschung gemacht. Da ging es letzten Endes um die Frage, inwieweit Flughunde für die Regeneration tropischer Regenwälder wichtig sind. Hierzu kann ich kurz was sagen. Flughunde fliegen mit Samen im Magen, den sie gefressen haben kilometerweit zum nächsten Baum, zum Beispiel zum nächsten Feigenbaum und fressen dort. Irgendwann scheiden sie die Samen während des Fluges wieder aus. Und somit, wenn der Samen dann keimt, könnte der Flughund eine wichtige Baumart/Pflanzenart verbreiten. Diese Tiere tragen also zur Verbreitung dieser Pflanzenarten bei, wodurch sie zur Regeneration von tropischen Regenwäldern beitragen könnten.

BT: Wie lange beschäftigen Sie sich jetzt schon mit Fledermäusen?

Schweiger: Ich habe als Studentin begonnen, für die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz ehrenamtlich tätig zu sein. Zu dem Zeitpunkt war ich Anfang 20. Jetzt bin ich 42, also bin ich jetzt 22 Jahre dabei.

BT: Was möchten Sie noch unbedingt über Fledermäuse herausfinden?

Schweiger: Diese Frage des Projekts in Tansania zu klären, diese Wichtigkeit für die Regeneration von tropischen Regenwäldern, das war für mich enorm wichtig. Wenn man das durch wissenschaftliche Arbeiten beweisen könnte, hätten die Fledermäuse und auch die Flughunde einen anderen Status, da sie einen immens wichtigen Beitrag leisten. Damit müsste man sie schützen, weil man die Regeneration dieser Wälder braucht.

Die Autoren besuchen die Klasse 9 c des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums.

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