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"Guaido hat schon viel erreicht"
'Guaido hat schon viel erreicht'
27.02.2019 - 10:34 Uhr
Von Lisa Schwelle

und Ana Lopez

Baden-Baden - Mariele Marot (45) und Christian Lopez (49) leben seit fast sieben Jahren in Deutschland und stammen ursprünglich aus Venezuela. Die Schülerinnen Lisa Schwelle und Ana Lopez haben sie zur politischen Lage in ihrem Heimatland, das zurzeit durch Wirtschafts- und Versorgungskrise sowie einem Machtkampf geprägt ist, interviewt.

BT: Frau Marot und Herr Lopez, wann ist Ihnen aufgefallen, dass der schlechte Zustand Venezuelas nicht vorübergehend ist und dass es eine Weile dauern wird, bis sich das Land wieder erholt?

Christian Lopez: Die heutige Lage ist eine Folge der Verfassungsänderungen, die über mehrere Jahre hinweg eingeführt wurden. Ungefähr 2005 wurde klar, dass sich etwas verändern muss, damit die Lage sich wieder bessert.

BT: Inwiefern sind Ihre Freunde und Familienmitglieder von der schlechten Versorgungslage in Venezuela betroffen?

Mariele Marot: Vor ungefähr sechs Jahren hatte meine Mutter noch so viel Geld, dass es für alles gereicht hat und sie dann noch genug für anderes übrig hatte. Heute reichen ihr Rentengeld und die Einkommen meines Bruders und meiner Schwägerin nicht einmal für das Nötigste aus.

Lopez: Fast alle meine Freunde von der Uni, die früher in Venezuela gearbeitet haben, leben jetzt im Ausland. Viele der jungen Leute wandern auch aus. Das hat zur Folge, dass nur die Rentner im Land bleiben und dass viele Familien über Länder hinweg getrennt sind.

BT: Was glauben Sie, kann Juan Guaido, der selbsterklärte Interimspräsident, erreichen?

Marot: Ein Wunder.

Lopez: Er hat schon viel erreicht. Er hat die Welt auf Präsident Maduro aufmerksam gemacht. Sein Ziel ist es, aus Venezuela wieder eine vertrauenswürdige Demokratie zu machen. Im Moment wird die Opposition von Maduro unterdrückt und alle Ämter werden mit seinen Anhängern besetzt.

BT: Wie finden Sie es, dass das Ausland sich "einmischt"?

Marot: Ich finde es gut. Die politischen Zuständigkeitsbereiche in Venezuela sind falsch verteilt. Die richterliche Gewalt zum Beispiel kümmert sich um die Gesetzgebung. Die externen Regierungen können dazu beitragen, dass sich die Lage verbessert.

Lopez: Meiner Meinung nach, "mischen" sich die ausländischen Regierungen nicht "ein", da es zum Beispiel wegen der Flüchtlinge ein Thema ist, das sie auch betrifft.

BT: Welche Folgen des Regimes werden Ihrer Meinung nach am schwersten zu beseitigen sein?

Lopez: Ich würde sagen, die Korruption zu bekämpfen, wird am schwierigsten sein, da sie so tief verwurzelt ist. Inzwischen beeinflusst sie so gut wie alles.

BT: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 8b der Klosterschule vom Heiligen Grab.

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