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Stundenlanges "Zocken" unter Jugendlichen - ein Problem heutiger Zeit?
Stundenlanges 'Zocken' unter Jugendlichen - ein Problem heutiger Zeit?
27.02.2019 - 11:21 Uhr
Von Maurice Henri und Benjamin Bailer

Baden-Baden - Computerspiele bereiten vielen Kindern und Jugendlichen Spaß und Freude. Deshalb verbringen sie viel Zeit damit, was vielen Eltern Sorgen macht und schlussendlich zum Streitthema in vielen deutschen Haushalten wird. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie zocken Jugendliche durchschnittlich 104 Minuten am Tag via PC, Konsole oder Smartphone. Ein Marktforschungsinstitut für eine aktuelle Bitkom-Studie befragte zu diesem Zweck 962 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren zu ihren Spielgew ohnheiten. Doch was genau reizt die Jugendlichen so sehr beim "Zocken", dem Computerspielen, und welche Folgen hat ein hoher Medienkonsum für die Jugendlichen?

Welche Folgen können exzessives Konsolespielen für Jugendliche haben?

Was so ziemlich jeder weiß: Computerspiele können süchtig machen. Im Gehirn wird Dopamin ausgeschüttet, ein für die Belohnung verantwortlicher Botenstoff, erklärt Biologielehrer Volker Goy des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums (MLG) in Baden-Baden. Untersuchungen ergaben, dass 14 000 Jugendliche im Alter ab 15 Jahren süchtig nach Computerspielen sind, bestätigt ein Arzt der Medizin aus dem Rebland. Viele Aspekte sprechen dafür, dass Schüler durch exzessives Spielen mehr Schwierigkeiten in der Schule haben. In der Schule Gelerntes könne sich nicht im Gehirn festsetzen, wenn es von den Bildern der Computerspiele, die in den gleichen Gehirnarealen landen wie der Schulstoff, ständig überlagert würden, fährt er fort. Ein Psychologe aus Baden-Baden, der sich seit vielen Jahren mit Jugendlichen und ihren Eltern beschäftigt, gibt folgendes zu bedenken: "Das alltägliche Leben in Familie und Freundeskreis wird vernachlässigt. Viele Jugendliche haben mehr Stress mit ihren Eltern und werden immer einsamer, da sie keine Zeit mehr für ihre Freunde haben." Eltern von Dauerspielern beklagen zudem, dass Kinder über Rückenschmerzen vom stundenlangen Sitzen und über Augenschmerzen vom unentwegten Anstarren des Bildschirmes klagen.

Können Computerspiele auch positive Auswirkungen auf Jugendliche haben?

Computerspiele sind nicht nur unnützer Zeitvertreib, sie können auch einen guten Einfluss auf Jugendliche haben, wenn mit ihnen in Maßen umgegangen wird. Ein Computerspiel kann man auch als eine Art des Lernens ansehen. Bei den unter Jugendlichen sehr beliebten Spielen "FIFA" oder "Fortnite" muss man Überlegungen anstellen, Situationen erkennen und situativ schnelle Entscheidungen treffen, da taktisch vorgegangen werden muss. "Zudem fordern einige Spiele auch die Team- und Kommunikationsfähigkeit, welche später auch in Berufen sehr wichtig sind", betont ein Verkäufer aus der Computerspiele-Abteilung eines Marktes in Baden-Baden. Außerdem fördern Computerspiele maßgeblich die Kreativität, Eigeninitiative und den Intelligenz-Quotienten, wie das Open-World-Computerspiel "Minecraft" unter Beweis stellt.

Was ist der Anreiz für Jugendliche beim "Zocken"?

Warum Computerspiele aber solchen Spaß machen, hat viele Gründe. Wenn man Jugendlichen diese Frage stellt, begründen viele den Anreiz darin, eine virtuelle Persönlichkeit entwickeln zu können. Besonders anspornend sei, dass man sich in Computerspielen selbst übertreffen und Rekorde aufstellen kann. Zudem kann man mit anderen Freunden spielen und sich gegenseitig messen.

Fazit

Exzessives Konsolespielen kann schwerwiegende Folgen haben. Doch wenn man nicht zu viel Zeit mit Computerspielen verbringt - um nicht süchtig zu werden und keine Schädigungen davon zu tragen - machen Computerspiele durchaus Spaß, da man vor allem in eine virtuelle Welt ohne Probleme eintauchen und sich dabei entspannen kann.

Die Autoren besuchen die Klasse 9a des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums.

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