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Angst vor Ende des freien Internets
Angst vor Ende des freien Internets
11.03.2019 - 17:15 Uhr
Von Sophie Jeuck

Bühl - " Save your Internet!": Das verkünden Schilder der verärgerten Demonstranten, die derzeit bundesweit auf die Straßen gehen. Es geht um die Artikel 11 und 13, die eine Veränderung des Urheberrechts bewirken sollen. Hierfür werden in Zukunft wohl Uploadfilter fällig. Auch Lehrer und Blogger Bob Blume vom Windeck-Gymnasium in Bühl äußert sich zur neuen Gesetzesvorlage.

"Die Idee hinter Artikel 13 ist ja nicht schlecht, das Problem ist, dass Dinge, die es wert sind, veröffentlicht zu werden, durch die Filter schon vor der Veröffentlichung herausgefiltert werden", meint er. Experten sehen aber noch ein weiteres Problem. Sie fürchten, kleine Plattformen, die von Artikel 13 betroffen sind, könnten abhängig von Youtube werden, da das Unternehmen momentan den einzigen einigermaßen zuverlässigen Filter hat. Zudem hätten kleine Plattformen nicht die Ressourcen, solch einen hochkomplexen Filter zu entwickeln. Für die Internetnutzer gibt es im Moment wenig Hoffnung. Der finale Gesetzesentwurf liegt vor und muss nur noch durch das Europaparlament. Dennoch geben sie nicht auf. Fast fünf Millionen Unterschriften konnten gegen Artikel 13 gesammelt werden. Außerdem planen die Nutzer am 23. März einen Aktionstag, an dem europaweit Demonstrationen stattfinden sollen.

Auf Plattformen wie Twitter und Instagram kursieren zudem Hashtags wie "#NiemehrCDU". Axel Voss, Abgeordneter der CDU und einer der Hauptverantwortlichen in Sachen Urheberrecht und Uploadfilter, sieht das jedoch gelassen. Die Gegner von Artikel 13 hält er für eine "Lachnummer". Sie seien schlecht informiert, nicht lernbereit und würden einfach nicht verstehen, worum es denn wirklich gehe, so der Politiker in einer Pressekonferenz. Er hofft, dass die Reform noch vor den Europawahlen im Mai endgültig beschlossen wird. Auf seinem Twitteraccount betont er, das digitale Urheberrecht beende endlich das "Wildwest des Internets".

"Das ist völlig bescheuert.", findet Blume. "Es gibt ja Urheberrechte." Seiner Meinung nach haben die Verlage gewonnen. Die, die es eigentlich betrifft, habe man völlig außer Acht gelassen. Er fürchtet außerdem, es könnte zu einer Art Selbstzensur kommen. "Dann lade ich lieber gar nicht hoch als Gefahr zu laufen, mir eine Strafe einzuhandeln." Blume weiter: " Eine Lösung findet man, indem man zunächst einmal mit den Leuten spricht, die es betrifft. Und zwar mit allen." Es müsse einen transparenten Austausch mit den Nutzern geben. Ob Artikel 11 und Artikel 13 in Zukunft aber wirklich das Internet zensieren und vor allem in welchem Ausmaß, muss die Zukunft zeigen. -Sophie Jeuck

Die Autorin besucht die Klasse 9c des Bühler Windeck-Gymnasiums

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