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"Schreckensgespenst" Cannabis
'Schreckensgespenst' Cannabis
20.03.2019 - 11:16 Uhr
Von Josefin Gerlinger

Baden-Baden - Immer mehr Länder entkriminalisieren und legalisieren Cannabis. Findet in diesen Ländern wie zum Beispiel in Kanada eine Verharmlosung der Droge statt oder wird die hierzulande illegale Droge verteufelt?

Man kann nicht bestreiten, dass die derzeitige Drogenpolitik in Deutschland mangelhaft ist. So werden jährlich circa 1,6 Milliarden Euro für die "Drogenprävention" ausgegeben, über 80 Prozent dieses Geldes fließen aber eigentlich in die Strafverfolgung der Konsumenten und Dealer. Viele Politiker beschäftigen sich unzureichend oder auch einfach gar nicht mit dem Thema. Die derzeitige Drogenbeauftragte, Marlene Mortler, spricht sich immer wieder vehement gegen eine Legalisierung beziehungsweise Entkriminalisierung von Cannabis aus.

Trotzdem sollte man die Droge Cannabis nicht verharmlosen. Besonders Jugendliche unterschätzen oftmals die Risiken und Folgen, die mit einem regelmäßigeren Konsum einhergehen. Das Risiko für psychische Probleme wie zum Beispiel Depressionen und Angststörungen nimmt leicht zu, der aktive Konsum kann zu vielfältigen kognitiven Beeinträchtigungen führen und bei frühem Einstiegsalter (14/15 Jahre) kann es zu negativ beeinflussten Hirnentwicklungen und Problemen in der persönlichen Entwicklung kommen. Manchmal kann es bei Jugendlichen, die regelmäßig kiffen auch zu einer Vernachlässigung von sozialen Kontakten und, oder der Schule kommen.

Außerdem bringt der Schwarzmarkt auch erhebliche Probleme mit sich: Die Konsumenten können gar nicht anders, als sich in die Welt des Schwarzmarktes und damit in die Kriminalität zu begeben. Die Konsumenten wissen nicht genau, was sich in dem Gras, wie Cannabis umgangssprachlich bezeichnet wird, befindet. So mischen Dealer teilweise Haarspray, Glassplitter und andere gefährliche Dinge in das Gras hinein, damit sie mehr Profit machen. Die Drogenmafia verdient mit solchen Methoden Milliarden.

Aber wäre es dann nicht vielleicht sinnvoll, Cannabis zu legalisieren und so für einen viel besseren Jugend-, Konsumenten- und Gesundheitsschutz zu sorgen? Der Schwarzmarkt könnte eingedämmt werden, Cannabis könnte kontrolliert angebaut und verkauft werden und durch Qualitätskontrollen müsste man sich als Konsument keinen unnötigen Gefahren aussetzen. Einen weiteren Vorteil würden die Versteuerung von Cannabis bringen. Studien prognostizieren jährliche Einnahmen durch Cannabis in Höhe von 2,6 Milliarden Euro.

Die Legalisierungsdebatte ist derzeit sehr aktuell und einige Parteien haben schon Modelle für einen neuen Umgang mit der Droge vorgestellt. Die Grünen, die FDP und die Linke fordern eine kontrollierte Abgabe von Cannabis, Union und AFD sind jedoch dagegen. Auch der Zuspruch in der Bevölkerung wächst. Das ergab eine Studie, die im Auftrag des Deutschen Hanf Verbands durchgeführt wurde. So sprachen sich 2017 39 Prozent für eine Legalisierung aus, 2018 schon 46 Prozent.

Es bleibt abzuwarten, was die Parteien und die Bevölkerung 2019 hinsichtlich Cannabis und der Frage der Legalisierung entscheiden werden.

Die Autorin besucht die Klasse 9b des Pädagogiums.

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