Die Nachkriegszeit in Forbach

Die Nachkriegszeit in Forbach

Von Maria Roth

Baden-Baden - 1945: Der Krieg ist - zumindest offiziell - beendet. Die Zeit in den Stollen vorbei. Doch noch immer schweben Angst und Ungewissheit über Forbach. Frauen und Kinder arbeiten den ganzen Tag am Wiederaufbau der Gemeinde: Eine beschwerliche Zeit beginnt.

Während der Kernort selbst mit einem "blauen Auge" davonkommt, trifft es Bermersbach schon schwerer. Dort sind große Teile des Unterdorfes zerstört. Frauen und Kinder sowie die Zimmerei Krämer und Notgemeinschaften bauen das Dorf wieder auf. Nach der Schule kommen die Kinder nach Hause und müssen sofort aufs Feld, um der Mutter zu helfen. Die Väter sind entweder im Krieg gefallen oder noch in Gefangenschaft. Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Produkten der eigenen Landwirtschaft. Wichtige Grundnahrungsmittel wie Brot, Fleisch und Wurst sind Mangelware. Oft gibt es zum Frühstück nur Bratkartoffeln. So ist es im Buch "Ja Domols" von Reinhold Bauer und Manuela Maer nachzulesen.

Zu dieser Zeit wird Forbach von Franzosen regiert. Diese sind in den Häusern der Bewohner einquartiert. Karl-Heinz Roth, ein alter Forbacher, erinnert sich noch gut. "In meinem Elternhaus wurden 14 Franzosen untergebracht. Meine Familie und ich mussten auf dem Boden der Backstube unserer Nachbarn schlafen", so der 79-Jährige. So etwas ist heute einfach unvorstellbar. Erst im Jahr 1947 kommt der Vater aus der Gefangenschaft in Russland zurück. 1948 verlassen die Franzosen Forbach wieder.

Manchmal muss man sich mit solchen Themen beschäftigen, damit man zu schätzen weiß, wie gut es einem geht.

Die Autorin besucht die Klasse 8b der Klosterschule vom heiligen Grab.

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