Ein Schneckenhaus für jedermann

Ein Schneckenhaus für jedermann

Von Josef Steuerer und Maximilian Offermann

Bühl - Jochen Müller, ein Schreinermeister, der individuelle Tiny-Häuser baut, sagt: "Der Besitzer eines Minihauses auf Rädern ist sehr mobil und genießt die Freiheit, dorthin zu fahren, wo zum Beispiel gerade die Sonne scheint. So ein Wagen ist auch unheimlich vielseitig: Mal ist er ein Rückzugsraum, mal ein Extra-Zimmer für Teenager, eine Jagdhütte oder einfach nur ein Ort, an dem der Familienvater ungestört Bundesliga gucken will."

Tiny Häuser sind, wie der englische Name schon sagt, winzige Häuser. Ursprünglich entstand diese Art von Häusern aus der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich. Das Ziel dieser Häuser ist es, den gewohnten Lebensstandard auf einer möglichst kleinen Fläche zu ermöglichen. Das Tiny-Haus ist viel billiger als ein normales Haus, die Kosten beginnen bei ungefähr 30000 Euro. Nach oben gibt es keine Grenzen.

Es ist meistens auf einen Anhänger gebaut, so dass es mobil ist. Aufgrund der hohen Mieten in den Städten wäre es unter anderem für Studenten eine Option. Für zwei Personen ist es als Ferienhaus hervorragend geeignet.

Jedoch gibt es auch ein paar Einschränkungen. Das Haus darf maximal vier Meter hoch und 2,55 Meter breit sein. Zudem muss das Haus auf einen Schiffsanhänger gebaut werden.

Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 3,5 Tonnen. Für den Transport sind ein zugstarkes Auto und ein Lkw-Führerschein nötig. (Ist der Führerschein vor 2013 ausgestellt, reicht der Pkw-Führerschein.)

Bei Tiny-Häusern auf Rädern ist die Stromversorgung über eine mobile Solaranlage oder über einen Stromanschluss möglich. Wasser bekommt man über einen integrierten Wassertank oder einen externen Wasseranschluss. Manche Hersteller verbauen eine Humustoilette, diese funktioniert ohne Spülung. Durch den eingebauten Holzofen wird das Wasser im Kessel erhitzt, gleichzeitig wird der Raum beheizt. Bessere Tiny-Häuser haben doppelt verglaste Fenster und sind daher im Winter besser bewohnbar als ein gewöhnlicher Wohnwagen. Manche Hersteller bieten auch einen Bausatz zum Selbstbau an. Während sie in Amerika nicht mehr wegzudenken sind, sind die Tiny-Häuser in Deutschland ein seltener Spaß.

Die Autoren besuchen die Klasse 8b des Bühler Windeck-Gymnasiums

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