Angekommen, aber noch lange nicht integriert

Angekommen, aber noch lange nicht integriert

Von Sebastian Szeip

Baden-Baden - Der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Sinzheim besteht aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Sie helfen auf vielfältige Weise den in der Gemeinde Sinzheim untergebrachten Flüchtlingen. Die ehrenamtlich engagierten Bürger bringen sich ein, wo sie können und wo die staatlichen Stellen an die Grenzen stoßen.

Genau wie viele andere Städte und Gemeinden steht auch Sinzheim vor der Herausforderung, viele Flüchtlinge so gut wie möglich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Seit Beginn der Flüchtlingswelle im Herbst 2015 sind in Sinzheim viele Flüchtlinge angekommen. Derzeit leben hier 172 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern in der Anschlussunterbringung. Fast die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche.

Sie leben friedvoll und unauffällig, aber nach Aussage von Hans-Peter Szeip, Koordinator der Sinzheimer Flüchtlingsarbeit, stehen die Verantwortlichen noch vor großen Herausforderungen. Von Integration seien die meisten Flüchtlinge nämlich noch weit entfernt. Da viele von ihnen unsere Sprache nicht sprechen, sei es für sie sehr schwer, ihr soziales Umfeld zu erweitern. Auch durch die kulturellen Unterschiede falle es teilweise sehr schwer, die Neuankömmlinge zu integrieren.

Durch die Sprachbarrieren ist es nicht einfach, ihnen Arbeits- und Ausbildungsplätze zu vermitteln.

Einzelne Arbeitsgruppen des Arbeitskreises helfen den Flüchtlingen in verschiedenen Lebensbereichen. Beispielsweise bei der Beschaffung von Fahrrädern und Möbeln. Außerdem wird versucht, den Alltag zu normalisieren mit Freizeit-, Sport- und Bildungsangeboten, und vor allem mit Kinderbetreuung will man den erschöpften Eltern auch mal Ruhe und Zeit bieten.

Ein besonderes Augenmerk legen die Betreuer auf die Kinder und Jugendlichen, um diesen durch Bildung noch eine gute Chance auf eine Zukunft mit einer festen Arbeitsstelle und sozialen Kontakten zu bieten.

Die Kinder meistern ihren Alltag und gehen in die Schule oder in den Kindergarten, so der Koordinator der Flüchtlingshilfe. Um vor allem den Kindern im Alltag zu helfen, sollen sie jetzt Paten an ihre Seite bekommen. Diese sollen ihre Ansprechpartner, Freunde und Ratgeber sein.

Es werden insofern auch Jugendliche gesucht, um gleichaltrigen Flüchtlingen zur Seite zu stehen. Auch mit Hausaufgabenbetreuung soll den Flüchtlingskindern geholfen werden. "Es wird eine schwere, aber auch eine Horizont erweiternde Aufgabe, die auf uns zu kommt", sagt Hans-Peter Szeip.

Und nun will der Arbeitskreis auch einheimischen Kindern, denen es nicht so gut geht, helfen. Deshalb haben die Verantwortlichen ihren Namen in "Arbeitskreis Integration Sinzheim" geändert. Da sehr viel ansteht, werden auch jetzt noch Freiwillige gesucht, die in einem der Aufgabenbereiche mithelfen könnten.

Der Autor besucht die Klasse 9b des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums.

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