Fastnachts-Veranstaltungen bald nur noch mit Security?

Fastnachts-Veranstaltungen bald nur noch mit Security?

Von Klarissa Stahl



und Melina Helf

Baden-Baden - Seit Jahren nehmen Gewalt und Alkoholexzesse durch jugendliche Gruppen bei Fastnachtsveranstaltungen zu. Betroffen sind dabei häufig Veranstaltungen, die von Vereinen organisiert werden. Dabei sind die Vereine selbst für die Sicherheit der Besucher verantwortlich. Das stellt die Organisatoren vor große Herausforderungen, denn für Eingangskontrollen und für Kontrollgänge bei Feiern und Umzügen müssen viele weitere Mitglieder mobilisiert werden, sofern der Verein diese überhaupt hat. Alternativ bleibt nur noch das Engagieren externer Sicherheitsdienste. Doch dazu fehlt den Vereinen oft das Geld. Die Schülerinnen Klarissa Stahl und Melina Helf haben dazu Jürgen Lauten, Ortsvorsteher von Eisental und langjähriger Oberzunftmeister der Schartenberghexen Eisental, befragt.

BT: Herr Lauten, haben die Schartenberghexen schon Erfahrungen mit Krawall bei eigenen Veranstaltungen gemacht?

Jürgen Lauten: Es kommt immer wieder vor, dass angetrunkene Jugendliche vor der Halle auftauchen, die auf Ärger aus sind. Bisher haben unsere Hexen die Störenfriede aber immer selbst daran gehindert, in die Halle zu kommen oder Besucher zu stören. Zur Sicherheit wird die Polizei schon vor den Veranstaltungen informiert und sind so quasi in Bereitschaft.

BT: Was unternehmen die Schartenberghexen, um Krawalle und Alkoholexzesse bei ihren Veranstaltungen zu verhindern?

Lauten: Sowohl bei der Narrengaudi als auch beim Hexenball gibt es eine strenge Eingangskontrolle. Die Hexen haben viele männliche Mitglieder, die das abdecken können. Um das maßlose Trinken von Alkohol zu verringern, müssen seit diesem Jahr alle Minderjährigen einen Partypass besitzen. Den Partypass behalten die Hexen ein, bis 24 Uhr müssen alle Pässe wieder abgeholt sein und die Minderjährigen die Halle verlassen haben. Wer nach 24 Uhr als U nter-18-Jähriger noch in der Halle ist, wird der Polizei übergeben. Für einen noch besseren Überblick bekommt jeder Minderjähriger ein rotes Armband, Erwachsene ein grünes.

BT: Was trägt die Verwaltung der Stadt Bühl dazu bei?

Lauten: Die Stadt Bühl unterstützt die einzelnen Vereine. Diese bekommen einen Zuschuss für die Vorsichtsmaßnahmen. Das Landratsamt weist die Fastnachtsgruppen auf das Jugendschutzgesetz hin. Der Veranstalter ist dennoch hauptsächlich für die Vorsichtsmaßnahmen eigenverantwortlich. Die Polizei sagt den Vereinen, worauf sie zu achten haben.

Jürgen Lauten ist zuversichtlich, dass die Schartenberghexen damit für die laufende und kommende Saison gut aufgestellt sind.

Die Autorinnen besuchen die Klasse 8b der Klosterschule vom Heiligen Grab.

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